Eine bronzene Statue einer jungen Frau steht mit aufrechtem Rücken und hält ein Werkzeug in der Hand. Sie trägt schlichte Kleidung und ist umgeben von Bäumen und einem offenen Platz, der in einem städtischen Umfeld liegt. Die Szene strahlt Entschlossenheit und Arbeit aus.
08.03
2026
08:40
Uhr

Aufbauhelferin vor dem Roten Rathaus

Ein Denkmal am Roten Rathaus erinnert an den Mut der Aufbauhelferinnen und an den Neuanfang Ost-Berlins

Ein Beitrag von Lukas Hetzelein

Vorbeigegangen sind Sie ganz bestimmt schon einmal an Ihr. Sie steht etwas versteckt zwischen den Bäumen am Eingang zum U-Bahnhof Rotes Rathaus. 

Eine Statue einer figurativen Gestalt steht mit dem Rücken zur Kamera und zeigt auf ein großes, rotbraunes historisches Gebäude im Hintergrund. Das Gebäude hat hohe Fenster und einen markanten Turm. Die Szenerie ist hell erleuchtet und zeigt eine belebte städtische Umgebung.

Eine aufrechte Frau. Mit dem rechten Bein macht sie einen Schritt nach vorne. Ihr hinterer Fuß hebt schon ab. Sie ist unterwegs und die Richtung ist klar: es geht voran. Ihr Blick ist auf das Rote Rathaus gerichtet. Sie hat die Schaufel lässig auf der Schulter. Sie steht für Aufbruch und lässt keinen Zweifel: hier steht eine selbstbewusste Frau. Keine Spur von der Frau aus der legendären Werbung der 50er Jahre, die sich nur zwei Fragen in ihrem Leben stellt: Was sie anzieht, und was sie ihrem Mann zu essen kocht. Nein, die Frau am Roten Rathaus ist das Gegenteil davon: selbstbestimmt und gleichberechtigt. 

Eine bronzene Statue einer Person in sportlicher Kleidung, die einen Baseballschläger über ihrer Schulter hält. Sie steht auf einem Podest in einem Park, umgeben von Bäumen und einer städtischen Kulisse im Hintergrund.

Die Statue trägt den Titel „Aufbauhelferin“. Sie erinnert an die Frauen, die nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges Schutt beseitigten und Ziegel für den Wiederaufbau gereinigt haben. Oft werden sie Trümmerfrauen genannt. Hier aber ein ganz anderer Tenor: Aufbauhelferin, ein Denkmal für die Leistungen am Wiederaufbau Ost-Berlins. 

Wenn ich mir versuche vorzustellen, in welcher Situation die Menschen im zerstörten Nachkriegsdeutschland waren, beeindruckt mich umso mehr, dass sie trotz der schieren Aussichtlosigkeit angefangen haben. Mit der ersten Schaufel, mit dem ersten Eimer Schutt, den ersten Ziegeln. Obwohl sie wussten, dass es nur ein Tropfen auf den heißen Stein ist – ihr erster Schritt war entscheidend für den Neuanfang.

Eine Statue einer Person, die mit einem Werkzeug in der Hand in Richtung eines historischen Gebäudes blickt. Die Szene ist nachts beleuchtet, und im Hintergrund sind Autos und Straßenlaternen sichtbar.

Nicht nur heute, am Weltfrauentag, kann uns das Denkmal der Aufbauhelferin am Roten Rathaus genau daran erinnern. 

Mich macht das demütig – gegenüber dem viel größeren, was andere geleistet haben. Es macht mich dankbar – für das, was andere möglich gemacht haben und von dem ich noch heute profitiere. Und es motiviert mich – auch etwas beizutragen für das große Ganze – und nicht zuletzt: anzufangen, den ersten Schritt gehen - gerade auch, wenn der Weg endlos scheint. Für mich gehört dazu auch immer die Hoffnung, dass Gott diesen Weg mit mir mitgeht. 

Denn Gott hat uns nicht einen Geist der Verzagtheit gegeben, sondern den Geist der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit. (Die Bibel, 2. Timotheus, Kapitel 1, Vers 7)