Ein Boot fährt auf einem Fluss, umgeben von Gebäuden. Die Sonne steht tief am Horizont und taucht die Szene in warme Farben. Der Dampf im Hintergrund verstärkt die entspannte Atmosphäre des Abends in einer städtischen Umgebung.
24.05
2026
08:40
Uhr

Berlin vom Wasser aus

Perspektivwechsel auf der Spree: Geist, Wasser und eine Stadt, die im sanften Rhythmus weiterzieht.

Ein Beitrag von Lukas Hetzelein

Typisches Touri-Programm werden Sie sagen. Und doch fand ich es super: eine Fahrt mit dem Dampfer auf der Spree. Durchs Regierungsviertel am Reichstag vorbei, Berliner Dom und Stadtschloss bis hin zum Nikolaiviertel. 

So habe ich die Stadt noch nie gesehen: Vom Schiff aus wirkt alles ganz anders als sonst. Die Proportionen verschieben sich, Perspektiven öffnen sich. Ich sehe Kleinigkeiten, wie Balkone, Giebel, Einstiege ins Wasser – viele Details, die man nur von hier unten aus sehen kann. 

Außerdem ist es ein völlig anderes Gefühl, sich auf einem Schiff in der Stadt fortzubewegen. Egal ob auf dem Fahrrad, im Auto oder zu Fuß – in Berlin braucht man mindestens eine große Portion Geduld, besser noch ein dickes Fell, wenn man im Alltag von A nach B kommen will. Aber hier: kein Hupen, kein stop and go, und vor allem kein Stress. Ruhig und konstant schippert das Boot vor sich hin.  

Heute ist Pfingsten. Christen verbinden mit diesem Fest den Geist Gottes. Ein Geist, der Leben schafft, der Wirklichkeit ist und der wirkt, bis heute und in unserer Welt.

Ich denke, mit dem Geist ist es wie mit dem Blick von der Spree aus:
Der Geist ist da - unabhängig davon, wie viele von ihm wissen. Aber ein Perspektivwechsel kann helfen, bisher ungesehenes wahrzunehmen. 

Und ein bisschen ist es mit dem Geist auch wie mit dem Wasser: 
Gottes Geist trägt und er bewegt, er treibt Dinge an. Nicht so, dass alles Schwere weg ist und uns alles leicht von der Hand geht. Die Bewegung, die der Geist wirkt, ist ruhig und kontinuierlich. So wie ein Schiff auf dem Wasser treibt, treibt der Geist auch uns an. Er trägt durch das ganze Leben hindurch. Getragen und getrieben vom Geist Gottes. Nicht laut, nicht spektakulär. Eher leise. Unaufdringlich. Und doch ist er da – mitten in unserer Welt.

Es lohnt sich also, die Perspektive zu wechseln – wenn Sie mögen, bei einer Schifffahrt auf der Spree.  

Aber vielleicht auch, indem Sie mit Gottes Geist rechnen, und damit, dass er tatsächlich eine Rolle spielt in unserer Welt und in Ihrem Leben. Leise, still, und meistens unbemerkt. Auch da, wo wir ihn nicht unmittelbar mit unseren Augen sehen. 

Im zweiten Vers ganz am Anfang der Bibel, noch bevor Gott die Welt erschafft, heißt es: 

„Die Erde war wüst und wirr und Finsternis lag über der Urflut und Gottes Geist schwebte über dem Wasser.“ Die Bibel. Genesis 1 Vers 2