Eine Gruppe von Wildschweinen liegt eng beieinander auf sandigem Boden. Ihre borstige Fellfarbe variiert zwischen Dunkelbraun und Grau. Einige Tiere sind sichtbar, während andere teilweise verdeckt sind. Die Szene vermittelt ein Gefühl von Nähe und Gemeinschaft. Eine Gruppe von Wildschweinen liegt eng beieinander auf sandigem Boden. Ihre borstige Fellfarbe variiert zwischen Dunkelbraun und Grau. Einige Tiere sind sichtbar, während andere teilweise verdeckt sind. Die Szene vermittelt ein Gefühl von Nähe und Gemeinschaft.
Eine Gruppe von Wildschweinen liegt eng beieinander auf sandigem Boden. Ihre borstige Fellfarbe variiert zwischen Dunkelbraun und Grau. Einige Tiere sind sichtbar, während andere teilweise verdeckt sind. Die Szene vermittelt ein Gefühl von Nähe und Gemeinschaft.
07.06
2026
08:40
Uhr

Der Zoologische Garten

Ein Beitrag von Alexander Höner

Es müffelt. Nein, das ist vollkommen untertrieben: Es stinkt – und zwar bestialisch. Ich bin mir nicht sicher, nach was eigentlich überhaupt. Eine schreckliche Mischung aus Popcorn, ranziger Butter und Kuhmist. Und das mitten in Berlin. Im Zoologischen Garten.

Ich stehe vor dem Pekari-Gehege, und muss durch den Mund atmen. Anders geht es nicht. Ich frage mich: Wie kann ein Wesen, das so niedlich aussieht, so unglaublich eklig riechen?! Pekaris – auch „Nabelschweine“ genannt: Zehn Pekaris liegen eng beieinander in einer Doppelreihe vor mir – sieht aus wie ein langer geflochtener Zopf. Gerade versucht ein Frischling über die Rücken der Großen zu klettern und sich noch irgendwo in eine Lücke hineinzudrängeln. Körperkontakt scheint wichtig zu sein bei diesen Tieren aus Südamerika.

Für kurze Zeit vergesse ich, in Berlin zu sein. Blende aus, dass direkt nebenan die oberen Etagen des Waldorf Astoria im Hintergrund zu sehen sind und konzentriere mich ganz auf diese Tiere im ältesten Zoo Deutschlands. Nirgendwo sonst auf der Welt leben so viele Arten nebeneinander. Ich bin gerne hier. Ich finde es beruhigend, Erdmännchen zuzuschauen, wie sie erst unsichtbar durch ihre Gänge flitzen, dann auf Steinhügel klettern, sich oben aufrichten und so unnachahmlich süß und frech in die Gegend schauen.

Und trotz all dieser Faszination bin ich immer auch ein bisschen melancholisch bei meinen Zoobesuchen. Es gibt diese anderen Momente. Da sehe ich hinter der Trennscheibe ein kleines Flusspferd monoton immer die gleichen Bewegungen machen – hin und zurück. Sein ursprünglicher Lebensraum sind kilometerlange Flüsse. Die Tiere sind eingesperrt. Ihre Lebensbedingungen haben sich in den vergangenen Jahrzehnten zwar verbessert, aber gefangen bleibt gefangen. Auch wenn dadurch einige Tierarten vor dem Aussterben gerettet werden konnten.

So gehe ich mit gemischten Gefühlen nach Hause: Diese Verbindung zu den Tieren, zur Natur und ihrer Schönheit, tun mir gut. Und gleichzeitig spüre ich, dass das keine Einbahnstraße sein darf. Dass ich als Mensch auch umgekehrt Tier und Natur guttun soll. Freiheit und Bewahrung der Schöpfung - für alle.

„Ich danke dir dafür, dass ich wunderbar gemacht bin; wunderbar sind deine Werke; das erkennt meine Seele.“ Aus den Psalmgebeten