Zwei verlassene Gebäude stehen inmitten eines dichten Waldgebiets. Im Hintergrund erstreckt sich eine städtische Skyline mit vielen Gebäuden und einem Fernsehturm. Der Himmel ist blau mit einigen Wolken. Zwei verlassene Gebäude stehen inmitten eines dichten Waldgebiets. Im Hintergrund erstreckt sich eine städtische Skyline mit vielen Gebäuden und einem Fernsehturm. Der Himmel ist blau mit einigen Wolken.
Zwei verlassene Gebäude stehen inmitten eines dichten Waldgebiets. Im Hintergrund erstreckt sich eine städtische Skyline mit vielen Gebäuden und einem Fernsehturm. Der Himmel ist blau mit einigen Wolken.
24.08
2025
08:40
Uhr

Flakturm Humboldthain

Ein Beitrag von Viktoria Hellwig

Wer Weitblick braucht, muss hoch hinaus. Und in Berlin gibt es einige Orte, wo man ganz unvermittelt mal diesen Weitblick über die Stadt bekommt. Heute war ich schon früh unterwegs, denn um sechs Uhr ging die Sonne auf - das ist für einen Sonntag noch etwas früh, aber erträglich.

Also bin ich fast allein auf den Straßen, ein verirrtes Auto fährt an mir vorbei und am Ende der Straße sehe ich ihn schon grün leuchten, den Volkspark Humboldthain. Er liegt so ganz ruhig jetzt vor mir da, die Vögel zwitschern schon ihr morgendliches Lied und ich tauche ein ins Grün, weg von der Badstraße, vom großen Bahnhof Gesundbrunnen. Im Park wird das immanente Stadtgeräusch von Berlin gleich leiser. So früh am Morgen aber kein Wunder, doch viel Zeit hab ich nicht mehr, ich will es schließlich schaffen noch bis zu Gipfel, bis hinauf auf den Flakturm und den Sonnenaufgang bewundern.

Fast könnte man erwarten ein Reh hier zu sehen, so ruhig und verlassen fühlt sich dieser Hügel an. Doch dieser Hügel ist kein natürlicher. Die Humboldthöhe ist ein Trümmerberg – aufgeschüttet aus den Ruinen des Zweiten Weltkriegs. Auch der Ort, zu dem ich hinaufsteige, hat eine schwere Vergangenheit: der Flakturm. Früher Luftschutzbunker, heute Aussichtspunkt. Die Berliner Unterwelten bieten hier Führungen an und von außen lässt sich noch erahnen, wozu dieser Ort einst diente. Je weiter man sich der Höhe nähert, desto mehr kommt eine spitze Erscheinung in Sicht, ein Kunstwerk, das schon seit fast 60 Jahren auf einem der Flaktürme steht. Zwei hohe, schlanke Metallstelen ragen in den Himmel – eng beieinander, und doch getrennt. Umfasst werden sie von einem Ring, der sie miteinander verbindet. Das Kunstwerk – erschaffen während der Teilung Deutschlands – trägt eine leise, aber kraftvolle Botschaft: die Hoffnung, dass Trennung überwunden werden kann.

Später werden die Plateaus auf den Flaktürmen hier oben voll sein von Touristen und Menschen, die einen entspannten Sonntag hier oben verbringen wollen mit Weitsicht über Berlin und der Nase im Wind. Sie werden auf eine Stadt schauen, die lange getrennt war und seit über 30 Jahren wieder zusammenwächst. Und vielleicht erinnert uns dieser Ort auch heute noch daran, was wirklich verbindet:

Vor allem aber bekleidet euch mit der Liebe; sie ist das Band, das euch zu einer vollkommenen Einheit zusammenschließt.

Die Bibel Brief an die Kolosser 3,14

Neue Genfer Übersetzung.