Eine nächtliche Stadtansicht mit gepflasterter Straße, an beiden Seiten von Gebäuden und Bäumen gesäumt. Die Straße ist feucht, und orangefarbene Lichter reflektieren auf dem Boden. Einige Fenster sind beleuchtet, während Autos in der Ferne sichtbar sind.
14.12
2025
08:40
Uhr

Krippen in der Körtestraße

Ein Beitrag von Gabriel Straka

Die Körtestraße in Kreuzberg ist eine kleine, charmante Straße, die die Urbanstraße mit dem Südstern verbindet. Gerade mal 380 Meter ist sie lang – also nur ein bisschen länger, als der Fernsehturm hoch ist – und sie ist seit einiger Zeit eine Fahrradstraße. Ich finde, die Körtestraße ist eine besonders schöne Straße: Beeindruckende denkmalgeschützte Häuser im Jugendstil, schicke Cafés und tolle Restaurants, den Sportplatz der Berliner Amateure und kleine, besondere Geschäfte machen sie zu einem lebendigen Ort.

 

Eine Weihnachtskrippe ist auf einem grünen Tuch ausgestellt. Sie zeigt Figuren wie Maria, Josef und das Jesuskind in einem Stall, umgeben von weiteren heiligen Figuren und einem Esel. Die Krippe ist aus Ton und hat eine einfache, rustikale Gestaltung.

Jetzt, in der Adventszeit sind die Geschäfte besonders zauberhaft, denn in vielen Schaufenstern findet man eine Weihnachtskrippe. Irgendwann haben sich Geschäftsleute und Gewerbetreibende verabredet, zwischen die Auslagen in ihren Schaufenstern Krippenfiguren zu stellen: Maria, Josef, dazu das Kind. Die Hirten mit den Schafen. Die Könige mit den Schätzen. Und natürlich auch die Engel. 

Eine handgeschnitzte Krippe aus Holz zeigt die Figuren von Maria, Josef, dem neugeborenen Jesus, den Hirten und Tieren in einer stabilen Struktur. Die Darstellung vermittelt eine weihnachtliche Atmosphäre und spiegelt traditionelle Handwerkskunst wider.

Manchmal sind die Figuren gar nicht zu übersehen. Und manchmal muss man auch erst suchen, weil sie zwischen all den üppigen Auslagen gar nicht gleich auffallen. Besonders spannend ist: die weihnachtlichen Figuren aus aller Welt stammen und zeigen die Geburt Jesu auf ganz unterschiedliche Weise, in verschiedenen Materialien und in großer kultureller Vielfalt. 

Auf der Fensterbank steht eine bunte Weihnachtskrippe aus Holz. Figuren wie Maria, Josef, ein Engel und verschiedene Tiere sind um eine kleine Krippe gruppiert. Im Hintergrund sind Palmen und weitere Dekorationen sichtbar. Ein Schild mit der Aufschrift "Comic-Krippe" steht daneben.

Da ich ganz in der Nähe wohne, gehe ich gerade in der Adventszeit gerne durch die Körtestraße und bewundere die Weihnachtskrippen. Besonders schmunzeln musste ich in diesem Jahr bei einer sogenannten Comic-Krippe. Allesamt lustige Figuren, die um die Krippe herumstehen. Könige aus dem Orient machen dem Kind in der Krippe ihre Aufwartung. Und eine Engelsfrau steht ganz dicht bei ihnen. Alle waren sie da, nur die Eltern des Kindes – Maria und Josef – fehlten. Huch – na das ist ja eine schöne heilige Familie – dachte ich. Jesus ein Findelkind?! Doch dann sah ich sie, die beiden Eltern. Deutlich entfernt von der Krippe standen sie auf einem höheren Regal im Schaufenster – und hatten alles genau im Blick, mit heiterer Miene. Sie betrachteten diese geheimnisvollen Könige aus der Distanz und schienen voller Vertrauen, dass schon alles gut sein würde.

Mit einem Lächeln im Gesicht ging ich weiter und dachte noch lange an diese lustige Krippe.

Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden den Menschen seines Wohlgefallens. 
Die Bibel. Lukasevangelium Kapitel 2