Er ist längst eine Institution: der Neuköllner Wochenmarkt am Maybachufer. Viele kennen den offiziellen Namen gar nicht, sondern reden salopp vom Türkenmarkt. Eine Bezeichnung, die sich über Jahrzehnte eingebürgert hat. Denn viele der Händlerinnen und Händler haben türkische oder arabische Wurzeln.
Immer dienstags und freitags, ab dem frühen Mittag, verwandelt sich das Ufer in ein buntes, lebendiges Markttreiben. Und es ist gar nicht so leicht, sich einen Weg zwischen all den dicht aufgestellten Marktständen zu bahnen. Denn es sind meistens sehr viele Menschen unterwegs. Die einen erledigen ihre Wocheneinkäufe – viele haben einen Rollwagen zum Transportieren dabei. Andere schlendern einfach über den Markt und staunen über die vielen Dinge, die zum Teil lautstark angepriesen werden. Auch viele Besucherinnen und Besucher aus aller Welt kommen hierher. Der Markt steht in Reiseführern, aber viele entdecken ihn auch ganz zufällig.
Das Obst- und Gemüseangebot ist riesig. Gerade jetzt im Sommer biegen sich die Marktstände unter der Last der reifen Früchte. Äpfel, Trauben, Zitrusfrüchte, Melonen, Beeren, Zwiebeln, Salate, Kräuter, Tomaten, Paprika, Gurken, exotische Früchte – einfach alles – und noch mehr. Probieren ist meistens erlaubt und allein die Präsentation der Früchte ist gigantisch. Je später es wird, umso lauter rufen die Marktschreier und überbieten sich mit Sonderangeboten. Aber es gibt nicht nur Früchte in Fülle, auch Lederarbeiten, Schmuck und Stoffe in unzähligen Variationen und allen Farben des Regenbogens. Und natürlich jede Menge Stände, wo man alle möglichen kulinarischen Kostbarkeiten frisch zubereitet, genießen kann. Überall duftet es nach besonderen Aromen und kräftigen Gewürzen. Dieser Markt ist ein Fest für alle Sinne!
Vor allem aber ist er ein Zeichen für friedliches Miteinander. Hier begegnen sich Menschen unterschiedlichster Herkunft und Religion ganz selbstverständlich – beim Einkaufen, Verkaufen und im Gespräch. Ein kleines Stück gelebte Gemeinschaft mitten in Berlin.
Aller Augen warten auf dich, und du gibst ihnen ihre Speise zur rechten Zeit. Du tust deine Hand auf und sättigst alles, was lebt, nach deinem Wohlgefallen.
Die Bibel. Psalm 145, die Verse 15 und 16