Ein Regenbogen-Flagge mit der Aufschrift "PACE" steht im Vordergrund einer Menschenmenge. Darunter ein Schild mit der Botschaft: "Kriege werden von Menschen gemacht. Frieden auch!" Im Hintergrund sind verschwommen Menschen und eine Landmarke zu sehen.
30.08
2025
08:40
Uhr

Antikriegstag

Guten Morgen, liebe Hörerinnen und Hörer, 

der 1. September ist seit den fünfziger Jahren dem Gedenken gegen die Kriege gewidmet. Er erinnert an den Überfall Nazideutschlands an diesem Tag auf Polen im Jahr 1939. Er mahnt so eindringlich an das unerträgliche Grauen und Leid dieses – und jedes – Krieges. Sein Vorläufer war der 1. August: In den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts erinnerte man an diesem Tag an die Schrecken des 1. Weltkrieges. Am 1. August 1914 begann das erste Massentöten in Europa.

Unabhängig von Datum – der Antikriegstag erinnert: Kriege brechen nicht aus, sie werden aktiv begonnen und wenn man sie nicht beendet, hören sie auch nicht auf. Das ist auch der Schrecken dieser Tage. Neue Jahrestage mahnen. Der 24. Februar. Der 7. Oktober. Der aus diesem furchtbaren Massaker durch die Hamas folgende Krieg in Gaza. Das Töten dieser Welt bleibt auch da schrecklich, wo wir wissen: Waffengewalt ist oft genug die letzte und einzige Chance auf Leben. Etwa für die, die sich in der Ukraine wie auch immer verteidigen wollen.

Eine letzte und große Hoffnung, die haben die Propheten Jesaja und Micha vor weit über 2000 Jahren angesagt mit Worten, die bis heute fast jeder kennt und die für mich die logischen Sätze für jeden Antikriegstag sind: Gott wird zurechtweisen viele Völker. Da werden sie ihre Schwerter zu Pflugscharen machen und ihre Spieße zu Sicheln. Denn es wird kein Volk wider das andere das Schwert erheben, und sie werden hinfort nicht mehr lernen, Krieg zu führen. Was für eine Vision! Und das in einer Zeit, in der Krieg noch mehr als heute als Mittel genutzt wurde, um eigene Machtgrenzen auszuweiten. Diesem zynischen Kalkül galt und gilt das „Nie wieder“. Dagegen setzten und sagten die Propheten damals ihre Vision vom guten Ende. Dass wir davon weit entfernt sind und dass es für Überfallene – ob einzeln oder im Kollektiv – keinen Funken Hoffnung hätte, wenn der Stärkere einfach jedes Recht brechen könnte, dass es da, aber ja, Waffen in dieser unerlösten Welt braucht, erleben wir seit Jahren. Nur: wie damals bei den Propheten der Bibel darf uns dieser Sinn für die Realitäten nicht davon abhalten, von dem zu reden, worauf wir hoffen: Gottes Verheißung, dass wir Menschen begreifen, wie wir zusammengehören und der Tag kommt, an dem Schwerter zu Pflugscharen werden, Panzerhallen zu Kitas. Diese Vision mag uns am Antikriegstag vor Augen stehen. Und in den Ohren klingen. Am morgigen Sonntag ehren wir in der Evangelischen Kirche Initiativen, die in diesen Jahren Friedenslieder und Friedensgebete hochhalten. Darunter die Initiative von Berliner Posaunenchören, die jeden Donnerstag vor der russischen Botschaft gegen den Krieg anspielen. Jeden Donnerstag. Also mit dem langen Atem der Hoffnung. – keinen Funken Hoffnung hätte, wenn der Stärkere einfach jedes Recht brechen könnte, dass es da, aber ja, Waffen in dieser unerlösten Welt braucht, erleben wir seit Jahren. Nur: wie damals bei den Propheten der Bibel darf uns dieser Sinn für die Realitäten nicht davon abhalten, von dem zu reden, worauf wir hoffen: Gottes Verheißung, dass wir Menschen begreifen, wie wir zusammengehören und der Tag kommt, an dem Schwerter zu Pflugscharen werden, Panzerhallen zu Kitas. Diese Vision mag uns am Antikriegstag vor Augen stehen. Und in den Ohren klingen. Am morgigen Sonntag ehren wir in der Evangelischen Kirche Initiativen, die in diesen Jahren Friedenslieder und Friedensgebete hochhalten. Darunter die Initiative von Berliner Posaunenchören, die jeden Donnerstag vor der russischen Botschaft gegen den Krieg anspielen. Jeden Donnerstag. Also mit dem langen Atem der Hoffnung.