13.12
2025
08:40
Uhr

Beide Hände frei haben, um anderen zu helfen

Heilige Lucia

Sie trägt eine besondere Krone auf dem Kopf, die heilige Lucia. Sie schreitet würdevoll und ein wenig vorsichtig, denn die Krone besteht aus einem Kranz mit langen brennenden Kerzen. Auch wenn die mittlerweile nur noch elektrisch brennen, muss Lucia aufpassen, dass sie diese „Krone“ gut balanciert. In ihrem weißen Gewand, meist in Begleitung von anderen Frauen, sieht sie aus wie eine Königin mit ihrem Hofstaat.

Aber sie ist keine Königin. Lucia hat im dritten Jahrhundert auf Sizilien gelebt und wird als Märtyrerin verehrt. Sie ist ermordet worden, weil sie sich zu ihrem christlichen Glauben bekannt hat. Gefeiert und erinnert wird Lucia ursprünglich vor allem in Schweden, später dann in ganz Skandinavien. Und das könnte mit ihrem Namen zu tun haben. Denn Lucia heißt „die Leuchtende“, und wer Licht in den dunklen nordeuropäischen Winter bringt, ist herzlich willkommen! Mittlerweile ist Lucia auch in Berlin so bekannt, dass es einen Weihnachtsmarkt gibt, der nach ihr benannt ist.

Zur Krone aus Kerzen gibt es eine Legende, die mir gut gefällt: Lucia wollte auch im Dunkel beide Hände frei haben. Deshalb setzte sie sich die Kerzen auf den Kopf und brachte mit beiden Händen verfolgten Christen Essen und Trinken in ihre Verstecke. Sie lebten in dunklen Gängen unter der Stadt, um der Christenverfolgung im Römischen Reich zu entgehen.

Beide Hände frei haben, um zu helfen. Das machen auch viele Menschen in unserer Stadt:

Young caritas hat in Einrichtungen der Caritas gefragt, worüber sich Kinder und Jugendliche, Menschen mit Behinderung sowie armutsbetroffene und obdachlose Menschen besonders freuen würden. Auf der Wunschliste waren Süßigkeiten, Hygieneartikel, warme Handschuhe und Socken. 4.800 Weihnachtspäckchen sollen gefüllt werden, dafür braucht man beide Hände!

Und die Gemeinschaft Sant'Egidio bereitet sich auf ein „Weihnachten für alle“ vor. Etwa 1.000 Geschenke wollen sie packen, vor allem für Kinder aus Neukölln und Hohenschönhausen, Geflüchtete und ältere Menschen, auch dafür braucht man alle Hände.

Ihnen allen gilt meine Anerkennung und mein Dank. Sie bringen „mit beiden Händen“ Licht und Wärme in Dunkel und Einsamkeit.