In den letzten Wochen habe ich beobachtet, wie die Natur aus ihrem Winterschlaf erwacht. Langsam, aber bedächtig beginnt die Welt bunter zu werden. Die Wiesen färben sich grün, erste Knospen strecken sich der wärmenden Sonne entgegen. Krokusse und Schneeglöckchen sprießen im Schatten der Bäume. Das pure Leben.
Im Angesicht der Weltlage könnte man dieses Wunderdes Lebens, dieses Erwachen der Natur beinahe vergessen. Noch immer herrschen zu viele Kriege auf dieser Welt, beenden Leben und Hoffnungen. Noch immer folgen zu viele Lügen und Hass, wählen den einfachen Weg vor dem richtigen. Noch immer richtet sich der Mensch gegen die Natur, opfert Gottes Schöpfung für Bequemlichkeit und Profit.
Noch immer droht Chaos über das Leben zu siegen.
Doch dann erinnern wir uns wieder: An die bunten Blüten im Sonnenschein, den ersten Schrei eines Neugeborenen, die liebevolle Umarmung eines Freundes.
An das Wunder des Lebens.
„Auch die Finsternis ist nicht finster vor dir, / die Nacht leuchtet wie der Tag, wie das Licht wird die Finsternis. Du selbst hast mein Innerstes geschaffen, hast mich gewoben im Schoß meiner Mutter. Ich danke dir, dass ich so staunenswert und wunderbar gestaltet bin. Ich weiß es genau: Wunderbar sind deine Werke.“ So heißt es im Psalm 139.
Unser Atem, unser Mitgefühl, unser Vertrauen. Die zarten Knospen in der Frühlingssonne. Leben.
In all dem Leid, in all dem Chaos. Dieses Wunder bleibt. Und solange dieses Wunder bleibt, vertraue ich auf Gott. Das größte Wunder von allen.
Ich wünsche Ihnen ein gesegnetes Wochenende und halten Sie Ausschau nach den Frühlingsboten!