Gestern jährte sich der Tag der Deutschen Einheit zum 35. Mal. Es ist unser Nationalfeiertag, der an die Wiedervereinigung von Ost und West erinnert.
Der Tag der Deutschen Einheit ist ein Anlass, dankbar zurückzublicken und zugleich mutig nach vorn zu schauen. Die Menschen in Ostdeutschland haben uns gezeigt, was möglich ist, wenn alle an einem Strang ziehen. Sie haben Altes abgeschüttelt, Neues gewagt und mit Entschlossenheit den Wandel möglich gemacht. Dieser Mut, diese Geduld und diese Hoffnung sind ein Vorbild für uns alle. Die friedliche Revolution, die zur Wiedervereinigung führte, zeigt uns: Auch in scheinbar ausweglosen Situationen können Wege in eine bessere Zukunft gefunden werden. Was einst unüberwindbar schien, wurde durch Tatkraft und den festen Glauben an ein gemeinsames Ziel möglich. Als Christinnen und Christen wissen wir: Gott begleitet uns auf unseren Wegen, auch wenn sie steinig sind. Er schenkt uns Zuversicht und die Kraft, Brücken zu bauen – zwischen Menschen, Weltanschauungen und Ländern.
„Denn ich, ich kenne die Gedanken, die ich für euch denke – Spruch des HERRN –, Gedanken des Heils und nicht des Unheils; denn ich will euch eine Zukunft und eine Hoffnung geben.“ Heißt es in der Bibel.
Das ist eine Botschaft, die uns gerade heute, in Zeiten von Unsicherheit, Krieg und Krisen, Kraft geben kann. Gott hat uns den Geist der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit geschenkt. Nehmen wir dieses Geschenk an. Damit können wir die Furcht überwinden. Lassen Sie uns auf das schauen, was wir mit Zuversicht erreichen können und lassen Sie uns nicht vergessen, was wir schon geschafft haben. Natürlich ist in der Vergangenheit nicht alles so gelungen, wie wir uns das gewünscht haben. Nicht wenige fühlen sich deshalb benachteiligt und geringgeschätzt. Diese Gefühle müssen wir ernst nehmen. Wir sollten aber nicht verzagen, sondern auch auf das blicken, was sich gut entwickelt hat. Ja, Deutschland, hat heute viele Herausforderungen zu bewältigen. Ob wirtschaftlich, politisch oder sozial. Wenn wir aber mehr aufeinander schauen, wenn wir einander zuhören, wenn wir versuchen das Gegenüber zu verstehen und nicht gleich urteilen, werden wir Lösungen finden. Der Tag der Deutschen Einheit ist deshalb mehr als ein historisches Datum. Er ist ein Auftrag, unsere Gesellschaft mitzugestalten, uns einzubringen und für Gerechtigkeit, Frieden und Zusammenhalt einzustehen. Gemeinsam können wir die Herausforderungen unserer Zeit bewältigen.
Gott segne unser Land und alle, die hier leben!