Das Bild zeigt ein buntes Plakat zum Katholikentag in Würzburg. Der Haupttext lautet: „HAB MUT, STEH AUF!“ Außerdem sind das Datum und die Webseite „katholikentag.de“ zu sehen. Die Gestaltung ist modern und auffällig.
16.05
2026
08:40
Uhr

Katholikentag

Mut zum Glauben.

Immer wieder komme ich in Berlin, Brandenburg und Vorpommern in Gespräche mit Menschen, die den christlichen Glauben nicht kennen, nicht teilen oder sogar davon überzeugt sind, dass es keinen Gott gibt, der alles geschaffen hat, in dessen guten Händen wir leben und auf den wir über den Tod hinaus auf ein ewiges Leben hoffen. 

Sehr schnell nehmen wir dann in diesen Gesprächen wahr, dass in diesen Fragen, ob Gott existiert oder wie Gott ist, jeder Mensch ein gläubiger Mensch ist: der eine glaubt, dass es Gott gibt, der andere glaubt, dass es ihn nicht gibt. Glauben muss in dieser Frage jeder: der eine glaubt, dass mit dem Tod alles ein Ende hat, der andere glaubt, dass es ein Weiterleben nach dem Tode gibt. 

Spätestens an diesem Punkt wird mir dann immer wieder die Frage gestellt, wieso ich mich denn entschieden hätte, an Gott zu glauben. Natürlich gibt es da verschiedenen Gründe, etwa meine Familie, mit der ich meine ersten Glaubenserfahrungen machen durfte, oder die Gemeinschaft von Jugendlichen, mit denen ich in der Kirche groß geworden bin. Letztlich war es aber auch eine Entscheidung, mich auf den Weg des Glaubens einzulassen und als gläubiger Mensch zu leben. Alles Große, davon bin ich zutiefst überzeugt, im menschlichen Leben wie etwa die Liebe, erfahren wir nur, wenn wir uns auf sie einlassen. Wir müssen etwa den Mut haben aufzustehen und einen Menschen zu lieben, um zu erfahren, dass diese Liebe trägt.

Solches Erfahrungssammeln prägt auch unsere Beziehung zu Gott. Wir werden nur erfahren, ob es einen Gott gibt, wenn wir uns auf ihn einlassen und mit ihm betend, hoffend und suchend unseren Lebensweg gehen. Ohne den Mut aufzustehen und Erfahrungen mit Gott zu sammeln, ohne dass wir mit Gott gleichsam „losfahren“, werden wir nie erfahren, dass es einen Gott gibt, der uns trägt und in dem wir uns geborgen wissen.

In diesen Tagen findet in Würzburg der 104. Deutsche Katholikentag statt, der unter dem Motto steht „Hab Mut, steh auf!“. Solch ein Treffen von Katholiken ist für mich oft ein Ort, wo ich erfahre, wie gut es ist, gemeinsam aufzustehen und mit Mut und Vertrauen mit Gott unseren Lebensweg zu gehen. Bei den Katholikentagen kommt Kirche als eine sehr bunte Gemeinschaft von glaubenden Menschen zusammen, mit allen Unterschieden der eigenen Tradition und Geschichte, in der eigenen Spiritualität und christlichen Praxis. Doch eins verbindet uns: das Vertrauen, dass wir alle in Gottes guten Händen geborgen sind und bleiben – auch über den Tod hinaus. 

Ich wünsche Ihnen einen gesegneten Sonntag!