Zwei Hände greifen einander. Die linke Hand gehört einer Person in einem blauen Pullover und die rechte Hand gehört einer Person in einer hellblauen Jacke. Im Hintergrund sind grüne Pflanzen und vereinzelt rote Blüten zu sehen. Zwei Hände greifen einander. Die linke Hand gehört einer Person in einem blauen Pullover und die rechte Hand gehört einer Person in einer hellblauen Jacke. Im Hintergrund sind grüne Pflanzen und vereinzelt rote Blüten zu sehen.
Zwei Hände greifen einander. Die linke Hand gehört einer Person in einem blauen Pullover und die rechte Hand gehört einer Person in einer hellblauen Jacke. Im Hintergrund sind grüne Pflanzen und vereinzelt rote Blüten zu sehen.
28.03
2026
08:40
Uhr

Konfi-Zeit

Guten Morgen, liebe Hörerinnen und Hörer,

Palmsonntag, also morgen, war vor nicht mal 100 Jahren die Zeit der Konfirmationen. Für viele begann nach Ostern der Weg ins Berufsleben. Deshalb wurde eben vorher konfirmiert, der Glauben festgemacht sozusagen, Gott als verlässlicher Anker, der bleibt und zu dem ich immer zurückkehren kann.

Heute hat sich das verschoben. Konfirmationen finden oft später statt – man nutzt lieber die schönen Mai- und Juni-Wochenenden, gut so. Auch inhaltlich natürlich wurde reformiert: Etwas weniger auswendig lernen, mehr reden, fragen, einüben, gemeinsam wegfahren. Die Methoden im Konfirmandenunterricht haben sich verändert, „Gott sei Dank“, wird da mancher sagen. Wir sprechen auch nicht mehr unbedingt von Unterricht, es heißt jetzt Konfi-Zeit.

Aber das, worum es geht – die Fragen sind die gleichen geblieben, sie waren es schon bei mir als Konfirmand: was trägt mein Leben? Wo ist Gott? Was hält mich und was kann ich festhalten? Fragen, die mit jeder Generation wieder darüber nachdenken, wie wir leben wollen. Was ist jetzt dran in einer Zeit von Kriegen und Klimakrise?

Diese Konfi-Zeit ist für die Jugendlichen ein Raum, in dem alle Fragen Platz haben. Selbst-verständlich auch die, wie das alles mit dem eigenen Leben in Einklang kommt. Sind ja sehr konkrete Fragen, die drängen und allzu oft zeigen, dass wir in der Gesellschaft viel zu viel nur über Kinder und Jugendliche, aber nicht mit ihnen reden, nicht zuhören. Etwa wie sie auf Pflichtjahr oder Wehrdienst schauen. Das ist wichtig und die Kirche ist ein Raum, hierbei zuzuhören und zu beraten. In jedem Alter.

Konfi-Zeit bedeutet auch, in die Mitte zu rücken, was unser Zusammenleben trägt. Die Zehn Gebote. Nicht töten. Nicht lügen. Nicht stehlen. Oder anders gesagt: den anderen Menschen achten. Jeden. So, wie ich selbst geachtet werden möchte. Achten, dass alle gleich sind. Alle von Gott gleich angesehen werden. Mit Würde und Liebe. Das verändert etwas. Wenn man es glaubt. Und wenn man es erlebt.

Ich sage das auch, weil so schreckliche Vorfälle – wie zuletzt in Falkenberg – nicht aus dem Nichts kommen. Rassistische Parolen und Lieder mitzugrölen, weil alle sie grölen, das ist nicht harmlos oder mal so eben. Es widerspricht allem wofür Kirche steht: Sich und andere Menschen in Gottes Liebe begreifen. Und genau da setzt die Konfi-Zeit an. Zu Rassismus sagt die Evangelische Jugend klar und laut Nein, immer schon. Ich bin froh darüber, dass es jedes Jahr viele Tausend sind, die sich in dieser Haltung konfirmieren lassen und Kirche mit-gestalten. Evangelische Jugend, das ist natürlich nicht nur reden. Lieder gehören dazu, Lieder von Gott, zu denen man tanzen, das Leben feiern und ziemlich laut singen kann. Ich kenne meine noch heute und manchmal summen sie in mir.

Warum ich das alles auch erzähle? In den nächsten Wochen ist vielerorts wieder die Möglich-keit, sich für das nächste Konfi-Jahr anzumelden. Zeit für gutes Miteinander. Und für Gott.