Guten Morgen liebe Hörerinnen und Hörer,
Berlinerinnen und Berliner wissen, was eine Luftbrücke ist. Vom Sommer 1948 an wurde durch sie für fast ein Jahr der Westteil der Stadt, etwa 2,2 Millionen Menschen, mit Le-bensmitteln versorgt. „Rosinenbomber“ hießen die Transportflugzeuge – ein süß klin-gender Name für diese erste harte Zeit des kalten Krieges. Tief ins Gedächtnis der Stadt hat sich eingegraben, dass damals Hilfe von oben, aus der Luft, vom Himmel kam.
Die Abwürfe von Hilfsgütern, die gerade für Menschen im Gazastreifen geplant und durchgeführt werden, sind keine Luftbrücke in diesem Sinne. Die sogenannten Airdrops sind deutlich gefährlicher, weil es sich dabei um tonnenschwere Abwürfe von Nahrungs-mittelpaketen handelt, die oft unkontrolliert aufschlagen, deshalb auch ziemlich umstrit-ten sind. Trotzdem sind sie handfeste Zeichen in einer Zeit, in der das bloße Zusehen bei der furchtbaren Hungersnot endlich aufhören muss. Etwa 2 Millionen Menschen leben wohl im Gazastreifen – so viele wie damals in West-Berlin.
Dazu gehört für mich, dass wir alles unterstützen, was auf ein Schweigen der Waffen und einen Weg zum Frieden hinwirkt. Als erstes, wir werden nicht müde es zu sagen, gilt, dass die Terroristen der Hamas die Geiseln endlich frei lassen. Seit dem 7. Oktober 2023 sind sie in ihrer Gewalt, unvorstellbar. Mit ihren Angehörigen warten wir auf ihre Heimkehr. Es sind eben diese Angehörigen, die (deshalb) fordern, dass das furchtbare Töten im Ga-zakrieg ein Ende findet. Es ist schrecklich in seinem Ausmaß, furchtbar in dem, was wir sehen. Die Stimmen in Israel werden lauter und lauter, die eine Abkehr davon klar und nachdrücklich fordern. Wir hören das, wir unterstützen das.
Am Ende, ich will es so deutlich sagen, ersehnen wir, ersehne ich Frieden, Aussöhnung, Versöhnung. Das mag naiv in manchen Ohren klingen, wie eine Luftnummer, ferner als fern in diesen Zeiten. Aber was sollen wir, was soll ich aus meinem Glauben heraus denn sonst erhoffen, wenn nicht Frieden und Versöhnung. Es gibt doch auch immer wieder Hinweise, dass das möglich ist: israelisch-palästinensische Gemeinschaftsprojekte hier und auch vor Ort, immer noch, Gott sei Dank. Klein mögen sie sein, gleichwohl: Hoffnung machen sie mir. Am Ende haben wir nichts als unsere Menschlichkeit: Unsere allen glei-che Würde vor Gott. Durch sie sind wir verbunden.
Verbindung schaffen auch Gebete. Sie ersetzen nicht handfeste Hilfe. Aber sie stellen eine weitere Verbundenheit her. Gebete verbinden gleichsam von oben. Sie bringen uns mit Menschen in Not zusammen. Für sie bitten wir, dass Gott Hilfe schafft, wo wir es nur begrenzt können. Dass er stärkt und das Schreien hört. Dass er Völker wieder verbindet. Gebete sind eine Luftbrücke eigener Art. Dass