Das Bild zeigt die Füße einer Person, die über den Gehweg steht. Auf dem Asphalt sind blau gesprühte Fußabdrücke mit dem Wort „VOTE“ zu sehen. Die Abdrücke sind von Sternen umgeben und sollen zur Teilnahme an Wahlen anregen.
21.02
2026
08:40
Uhr

Wahlen

Wir brauchen Menschen, die Kirche mit prägen.

Auch wenn noch keine Plakate hängen, die Wahl zum Abgeordnetenhaus wirft ihre Schatten voraus. Fast alles, was Politikerinnen und Politiker tun oder nicht tun, jede politische Entscheidung wird mit besonderer Strenge betrachtet und bewertet und das nicht nur von denen, die sich auch um ein politisches Mandat bewerben und nicht immer sachlich und fair. An die gebotene Fairness vor dem politischen Gegner will ich bereits jetzt – also vor der heißen Phase des Wahlkampfes – sehr eindringlich appellieren!

Ich danke allen, die sich politisch engagieren, die für ihre Überzeugungen einstehen und kandidieren; die gestalten wollen, sich den Debatten stellen. Ich danke allen, die sich auf den oft mühsamen parlamentarischen Weg zu tragfähigen Kompromissen machen und aufstehen, wo die Grenzen des Kompromisses überschritten werden, wo Menschen ausgegrenzt werden und Extremismus droht, sich kompromisslos breit zu machen.

Ich bedanke mich bei allen, die sich darauf einlassen und sich für unsere Demokratie einsetzen.

Auch in der katholischen Kirche im Erzbistum Berlin wird in diesem Jahr gewählt, nein kein neuer Bischof, sondern Pfarrei- und Gemeinderäte, sowie die Kirchenvorstände. Das sind ehrenamtliche Gremien, die ganz entscheidend mitgestalten, wie Kirche lebendig bleibt. Ob sie sich in der Nachbarschaft für Obdachlose und Bedürftige einsetzt, die Kirche offenhält, Angebote von jungen Menschen für junge Menschen macht, oder ihre Räume auch für Dritte zur Verfügung stellt – nicht nur aber auch beispielsweise im Rahmen der Kältehilfe. Auch für unsere Gemeinden gilt: Es ist oft mühsam, in langen Sitzungen Kompromisse auszuhandeln, aber es ist für die Zukunft von Kirche genauso überlebenswichtig wie für die Gesellschaft insgesamt: Wir müssen das entdecken und fördern, was uns verbindet und zusammenhält, nicht das beklagen, was uns trennt. Deswegen habe ich auch allen Katholikinnen und Katholiken im Erzbistum Berlin einen Brief geschrieben, der einlädt zu wählen und sich wählen zu lassen: Denn wir brauchen Menschen, die Kirche mit-prägen, nur so kann sie glaubwürdig bleiben, wir brauchen auch und gerade in der Kirche Menschen, die ihren Glauben leben und ihre Stimme erheben, wo Veränderung nötig ist.

Ich wünsche Ihnen ein gesegnetes Wochenende.