Guten Morgen, liebe Hörerinnen und Hörer,
was gibt es denn nächste Woche zu essen bei Ihnen? Schon entschieden? Vorbereitet? Das, was es immer gibt, sagen viele, und dann hört man: Kartoffelsalat. Mit Würstchen. So wie letztes Jahr. So wie immer, jedenfalls gefühlt. Tradition eben. Das hat natürlich ganz viel mit Weihnachten zu tun, dass wir zurück kehren an unsere Wurzeln, spüren, wo das Leben herkommt und herkam. Die Geschwister sehen. Die Eltern. Großeltern wenn möglich. Weihnachten ist klar: Leben kommt nicht aus sich, sondern hat eine Herkunft, wenn wir die spüren, wissen wir, wo unser Platz in der Welt ist, sein kann und sein soll. Das erzählt auch die Geschichte von Maria und Joseph, dem Paar, das an seinen Ort geht, wo es gezählt wird, geschätzt, Bethlehem. Leben auf Anfang – zum Ursprung eben. Das ist das Fest, das wir begehen. Das ist die Botschaft dahinter: Wir kommen alle von irgendwo. Wir waren alle mal Kind – und wir bleiben Gottes Kinder. Also wieder Kartoffelsalat. Wie alle Jahre, wie gut.
Was gibt es nächste Woche bei Ihnen zu essen zum Fest? Womöglich doch eine Kreation, die es noch nie gab? Ein Käsefondue mit Pilzen, erstmals im neuen Topf und mit einem Rezept nicht ohne Gelingens-Risiko? Oder aufgeschnittene Zucchini mit veganer Geflügelpaste, die die Jüngsten zubereiten? Ein Testessen als Festessen. Das Neue ausprobieren. Weil Weihnachten doch der Versuch ist, dass alles noch mal anders sein kann, wird. Dass wir raus kommen aus dem, was nicht guttut: aus den Mustern des Unfriedens und der Streitereien. Es geht schließlich um das neue Leben, das in die Welt kommt, Gott kommt in diesem anders werden. Ich, wir wünschen uns, dass das die ganze Welt kann. Neu werden, anders. Die Kriege zu Ende, dem Frieden eine Chance. 1000 mal versucht – nie aufgegeben. Was hat Gott alles mit uns versucht. Unschlagbar, dass er als Mensch kommt. Als Kind. Als der, der alles Durcheinander bringt. Und erst damit so richtig schön zurecht. Also Fondue mit Pilzen, hattet Ihr noch nie? Wird aber Zeit.
Was gibt es nächste Woche bei Ihnen zu essen zum Fest? Ist Ihnen egal, sagen Sie womöglich. Hauptsache zusammen, nicht allein? Da öffnen die Weihnachtsstuben und Gemeindesäle, da verbindet sich Leben – auch über`s Radio – und du denkst: Essen ist schön und gut, aber auch Worte sind wichtig. Egal wie, Hauptsache ist doch, dass es Weihnachten wird und du spürst, dass Du lebst und geliebt wirst. Von anderen Menschen, dem Tier vielleicht neben dir auf dem Sofa – Ochs und Esel stellen wir ja auch an die Krippe – geliebt zuerst und zuletzt aber von dem, der Ursprung und Ende ist – Gott, der neu anfängt mit Dir, der niemanden allein lässt. Weihnachten ist das Fest, das zeigt: Leben ist Gottes Geschenk jetzt. Hier. Unter Gottes Schirm. Ich wünsche Ihnen gute Festzeiten.