Am Ende eines Tages stehen sie da – die Schuhe, die mich durch den Tag getragen haben. Staubig, der Rest von der Straße klebt noch an den Sohlen. Wenn ich sie ausziehe, lege ich nicht nur Leder und Schnürsenkel ab. Es ist, als würde auch der Tag ein Stück von den Füßen sinken.
Die Eile am Morgen. Die Umwege. Die Termine, die wichtig schienen. Von kleinen Wegen zwischendurch, die niemand bemerkt hat. Jeder Schritt hat Spuren hinterlassen – draußen und vielleicht auch im Innern.
Abends die Schuhe auszuziehen, ist eine unspektakuläre Geste. Und doch liegt in ihr etwas Befreiendes. Der Druck des Tages lässt nach. Ich stehe nicht mehr unter Strom. Ich muss nirgendwo mehr hin.
Vielleicht dürfen mit den Schuhen auch die Erwartungen vor der Tür bleiben. Das, was nicht gelungen ist. Die Worte, die schwer auflagen. Staub darf abgeschüttelt werden. Er gehört zum Unterwegssein, aber er muss nicht mit ins Bett.
Der Abend fragt nicht, wie weit ich gekommen bin. Er fragt nur, ob ich jetzt ankommen kann. Hier. Bei mir.