Ein Zweig mit leuchtend orangefarbenen Eichblättern schimmert im Sonnenlicht. Der Hintergrund zeigt verschwommen verzweigte Äste, die die herbstliche Atmosphäre verstärken.
12.10
2026
21:58
Uhr

Gott im Ungefähren

Ein Beitrag von Merle Remler
Dies ist eine Sendung aus der Staffel vom 12. – 18. Oktober Alle Beiträge aus der Staffel finden sie hier:
Eine Person hält mit beiden Händen ein Messer und eine Gabel, bereit, ein Stück Schokoladenkuchen mit frischen Erdbeeren und Sahne zu essen. Der Kuchen liegt auf einem Tischdecken. Im Hintergrund ist ein verschwommener, alter Mann zu sehen.
rbb 88.8
Abendsegen

Behalten Sie Ihre Gabel

Merle Remler
Eine Auswahl an farbigen Süßwaren in Form von langen, schlanken Streifen. Die Farben umfassen Rosa, Blau, Schwarz, Rot und Grün, die nebeneinander angeordnet sind. Die Textur der Süßigkeiten wirkt weich und gleitend.
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Abendsegen

Gott hat auch Lakritz erfunden

Merle Remler
Ein aufgeschlagenes Buch liegt auf dem Boden, umgeben von bunten Herbstblättern. Die Seiten des Buches zeigen Noten und Text. Ein großes, gelbes Ahornblatt liegt auf einer der Seiten.
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Abendsegen

Was der Wind weiterträgt

Merle Remler
Ein strahlender Sonnenaufgang hinter Wolken, die von Sonnenlicht durchzogen sind. Die Darstellung zeigt einen klaren blauen Himmel mit einigen flauschigen Wolken und Strahlen, die ins Freie scheinen. Im Vordergrund sind schemenhaft Bäume und Büsche sichtbar.
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Abendsegen

Licht, das unterwegs ist

Merle Remler
Eine Person mit einem braunen Beanie sitzt über einem Karton und hält Anleitungen in der Hand. Um sie herum befinden sich Verpackungsmaterialien und Teile. Der Fokus liegt auf dem Lesen der Anleitung, während der Raum unordentlich aussieht.
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Abendsegen

Gott legt sich zu uns

Merle Remler
Eine Person im Clownskostüm mit roter Perücke hält ein handbeschriebenes Plakat, auf dem steht: „Life is a Fucking Circus“. Die Person trägt einen gestreiften Pullover und steht in einer urbanen Umgebung.
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Abendsegen

Das sind meine Clowns

Merle Remler

Fröstelnd geht die Zeit spazieren. Was vorüber schien, beginnt. 
Chrysanthemen blühn und frieren. 
Fröstelnd geht die Zeit spazieren. 
Und du folgst ihr wie ein Kind.
So beginnt das Oktobergedicht von Erich Kästner, das mich jedes Jahr aufs Neue durch den Herbst begleitet. Eine verwunschene Jahreszeit, in der irgendwie noch alles möglich ist: Warme Tage und kühle Tage wechseln sich ab, die Sonne ist golden und warm. Und doch kann es zwischendurch auch schon bitterkalt sein. Umso schöner ist es dann, wenn man am Abend in die warme Wohnung zurückkehrt, voller Geschichten, die man am Tag erlebt hat. Mit dem, was gelang und mit dem, was wir gern noch einmal versuchen würden.
„Nebel zaubern in der Lichtung, eine Welt des Ungefährs“, so dichtet Kästner weiter. 
Am Abend müssen wir nichts mehr festhalten. Wir dürfen ablegen, was schwer geworden ist. Der Nebel macht die Welt zum Ungefähren. „Raum wird Traum“, schreibt Kästner.
Und so denke ich, Herbst bedeutet auch: der Zeit zu folgen, ohne schon zu wissen, wohin. Darauf zu vertrauen, dass Gott auch im Ungefähren bei uns ist.

Lit.: Kästern, Erich, Oktober. In: Die 13 Monate, Atrium Verlag Zürich 1955.