Zum diesjährigen Weltflüchtlingstag im Juni gab es im Berliner Dom einen Gedenkgottesdienst, bei dem aller geflüchteter Menschen gedacht wurde. Es sprach auch ein Vertreter von Sea-Watch e.V., einer von Freiwilligen gegründeten Organisation für zivile Seenotrettung an den Grenzen Europas. Ihr Ziel ist es, mit Schiffen Menschen in Seenot vor dem Ertrinken im Mittelmeer zu bewahren. Der Einsatz dieser mutigen Retter ist bemerkenswert. Eine Kunstinstallation, bestehend aus einer Anhäufung von orangefarbenen Rettungswesten Ertrunkener, begleitete die Veranstaltung. Außen am Dom hing symbolisch ein großes Kreuz, das ebenfalls aus orangenen Westen gebildet war. Unzählige Namen verzweifelter Menschen, die übers Wasser geflüchtet waren und nirgendwo aufgenommen wurden, standen auf weißen Papierbändern, die draußen an den Portalen hingen. Was, wenn wir selbst in so einem Boot säßen? Hat nicht jeder Mensch das Recht auf Lebensraum und ein selbstbestimmtes Leben? Das dürfen wir niemals vergessen. Mögen wir dabei unsere Menschlichkeit bewahren und den Blick für diejenigen, die unsere Hilfe brauchen, nicht verlieren. Ich wünsche ihnen eine gute Nacht.
Menschlichkeit
Ein Beitrag von
Christiane Voigt-Rensch