In Bäckereien in Berlin kann man immer häufiger „Seelen“ kaufen, kleine Brote aus Dinkelteig, mit Salz und Kümmel bestreut. Das Gebäck stammt aus Schwaben und wurde früher für den 2. November, den Allerseelentag, gebacken. Man verschenkte das „Seelenbrot“ an Arme und erinnerte mit dieser guten Tat an die verstorbenen Familienmitglieder. Eine anrührende Tradition. Heute schmücken wir die letzte Ruhestätte unserer Lieben mit Blumen und Kerzen. Manchmal liegen noch ganz andere Gaben dort, wie eine Schallplatte, ein paar verwitterte Ballettschuhe, ein vereinsamtes Kuscheltier.
Wir wollen so in Verbindung bleiben mit geliebten Menschen. Denn der Tod kann uns zwar jemanden aus den Armen reißen, aber nicht aus dem Herzen. Ich finde Trost in meinem Glauben, denn ich rechne fest damit, dass sich unsere Seelen bei Gott wiederfinden werden. Der Tod hat nicht das letzte Wort! Möge sich diese Zuversicht genauso verbreiten, wie die Seelen in den Berliner Bäckereien. Schlafen Sie gut!