„Und wie nun komme ich über meinen Ichberg zu dir?“ Dieses Zitat fand ich letztens beim Blättern in meinen Unterlagen. Es stammt von Kurt Marti, einem Schweizer Dichter und Pfarrer.
Ichberg. Was für ein Wort.
Mein Ichberg ist ehrlich gesagt über den Tag manchmal erstaunlich hoch. Aufgeschichtet aus meinen Plänen, meinen Sorgen, meiner Meinung. Und natürlich aus all den Dingen, die unbedingt noch erledigt werden müssen. Und als Kirsche oben drauf der Wunsch, recht zu haben. Von dort oben hat man übrigens eine hervorragende Aussicht. Nur die anderen sieht man manchmal nicht mehr. Sie sind einfach zu weit weg.
„Und wie nun komme ich über meinen Ichberg zu dir?“
Vielleicht gar nicht, indem ich noch höher steige. Sondern, indem ich, kurz bevor ich meine Meinung auf diesem Berg festgetreten habe, schnell den Abstieg wage. Unten wartet bestimmt jemand auf mich. Einer, der sich darauf versteht, Berge zu versetzen.
Schlafen Sie gut. Und betrachten Sie Ihren Berg einfach mal von unten.
Lit.: Marti, Kurt, zitiert nach: Aphorismen. www.aphorismen.de/suche (aufgerufen am 24. September 2026).