Und wieder geht ein Tag zu Ende. Vielleicht ging er für Sie viel zu schnell, vielleicht zog er sich hin wie Kaugummi. Mit der Zeit ist das ja so eine Sache. Man sagt ihr viel nach. Dass sie alle Wunden heilt zum Beispiel. Das habe ich noch nicht erlebt. Wohl aber, dass sie rasen kann. Oder stehenbleiben. Ich habe meistens das Gefühl, ich habe zu wenig von ihr, und doch haben alle die selben 24 Stunden. In einem bekannten Kirchenlied von Peter Strauch heißt es: „Meine Zeit steht in deinen Händen. Nun kann ich ruhig sein. Ruhig sein in dir." Oft ist es gerade abends schwer, innerlich zur Ruhe zu kommen – so viel Tag schwappt noch in die Nacht hinein. Dazu heißt es im Liedtext: „Sorgen quälen und werden mir zu groß. Mutlos frag ich: Was wird morgen sein? Doch du liebst mich, du lässt mich nicht los.“ Ein guter Gedanke zum Schluss eines Tages: alles, was war – das Gute wie das Belastende – zurückzugeben an den, aus dessen Händen die Zeit kommt. Dass Ihnen das heute gelingt, wünsche ich Ihnen. Schlafen Sie gut.
Zeit
Ein Beitrag von
Magdalena Kiess