Eine festlich dekorierte Pferdekutsche zieht durch die Straße. Auf der Kutsche sitzen fröhliche Menschen in traditioneller Tracht, umgeben von Blumen und Stroh. Eine Frau in einem roten und weißen traditionellen Kleid geht neben der Kutsche. Die Atmosphäre ist festlich und lebhaft.
12.10
2026
06:50
Uhr

Feste feiern

Oft nur eine Entscheidung entfernt

Ein Beitrag von Magdalena Kiess
Dies ist eine Sendung aus der Staffel vom 12. – 18. Oktober Alle Beiträge aus der Staffel finden sie hier:
Eine Mutter sitzt auf einem Sofa und hält ihr Kleinkind auf dem Schoß. Das Kind schaut sie neugierig an. Im Hintergrund ist ein Fenster mit Blumen. Die Mutter trägt ein elegantes, historisches Kleid. Die Szene vermittelt eine Atmosphäre von Zuneigung und Geborgenheit.
Radio 3
Worte auf den Weg / Worte für den Tag

Frust kann motivieren

Magdalena Kiess
Das Bild zeigt ein Wandgemälde einer Frau mit einer Zigarette in der Hand. Sie schaut direkt nach vorne. Neben ihr steht der Text: "Niemand hat das Recht zu gehorchen."
Radio 3
Worte auf den Weg / Worte für den Tag

Hannah Arendt

Magdalena Kiess
Eine Holzregalwand zeigt verschiedene Kupferküchenutensilien, darunter Töpfe, Pfannen und Backformen. An einer Seitenwand sind weitere Kupfergefäße in Regalen angeordnet. Die Anordnung vermittelt ein nostalgisches Küchendesign und erinnert an traditionelle Kochmethoden.
Radio 3
Worte auf den Weg / Worte für den Tag

Heilige Theresa von Avila

Magdalena Kiess
Die Medaille zeigt die Heilige Hedwig, Herzogin von Schlesien, in einem detailreichen Relief. Sie hält ein Buch in den Händen, während im Hintergrund eine stilisierte Kirche zu sehen ist. Umrandet wird das Bild von ihrem Namen und Titel in geschwungenen Buchstaben.
Radio 3
Worte auf den Weg / Worte für den Tag

St. Hedwig

Das Bild zeigt das Deckenfresko der Sixtinischen Kapelle, gemalt von Michelangelo. Es stellt biblische Szenen dar, insbesondere die Schöpfung und das Jüngste Gericht, mit zahlreichen Figuren, die verschiedene emotionale Zustände und dynamische Posen einnehmen. Die Farben sind lebhaft und kontrastreich.
Radio 3
Worte auf den Weg / Worte für den Tag

Der Internationale Tag zur Beseitigung der Armut

Heute vor 215 Jahren stand München Kopf. Am 12. Oktober 1810 heiratete Kronprinz Ludwig Prinzessin Therese, und die ganze Stadt war eingeladen: 5 Tage Party mit einem großen Pferderennen zum krönenden Abschluss auf einer Wiese etwas außerhalb der Stadt, der heutigen Theresienwiese. Aus der einmaligen Hochzeitsfeier wurde eine Tradition – das Münchner Oktoberfest. Bemerkenswert: Nur wenige Male in über zweihundert Jahren fiel es aus – wegen Kriegen, wegen Seuchen. Ansonsten hat man immer weitergefeiert, komme, was wolle. Als hätte die Freude einen eigenen Überlebenswillen.

Ich frage mich: Wie oft lassen wir eigentlich Anlässe zum Feiern verstreichen, weil wir sie nicht wichtig genug nehmen oder wir uns nicht die Zeit nehmen? Dabei bräuchte es dafür oft nicht viel mehr als eine bewusste Entscheidung. Auch Kleinigkeiten lohnen sich, zu feiern: Ein schwieriges Gespräch, das geglückt ist, ein Wiedersehen oder den Tag des Kennenlernens. Feiern tut gut. Es unterbricht den Alltag und erinnert uns daran, dass das Leben mehr ist, als Pflichten abzuarbeiten. Im Gegenteil: Wenn man auch kleinen Anlässen Raum lässt, wird es ja mehr und mehr zu einer Aneinanderreihung von Highlights. Vielleicht ist Feiern manchmal sogar ein kleiner Akt des Widerstands gegen ein Leben, das nur noch funktionieren soll.

Auch die Bibel kennt das Feiern als etwas Heiliges. Jesu erstes öffentliches Wunder findet nicht in einer Synagoge statt, sondern auf einer Hochzeit: Er verwandelt Wasser in Wein, als der Vorrat ausgeht – und rettet damit ein Fest. Offenbar war ihm daran gelegen, dass die Freude weitergeht, und zwar reichlich: Es sind, so erzählt es die Bibel, mehrere hundert Liter Wein, die da plötzlich zur Verfügung stehen.

Vielleicht ist ja heute ein guter Tag, um einen Grund zum Feiern zu finden – und sei er noch so klein. Man muss nicht auf die große Hochzeit warten, um zu spüren: Das Leben darf gefeiert werden.