Nahaufnahme von Klaviertasten, die aus weißen und schwarzen Tasten bestehen. Die Holzoberfläche des Klaviers ist sichtbar und verleiht dem Bild eine warme Atmosphäre. Das Bild vermittelt eine musikalische Stimmung und lädt zur Interaktion mit dem Instrument ein.
17.08
2026
06:50
Uhr

Loslassen

Ein Beitrag von Regina Harzdorf
Dies ist eine Sendung aus der Staffel vom 17. – 23. August Alle Beiträge aus der Staffel finden sie hier:
Ein kleines Mädchen mit blonden Haaren sitzt auf dem Boden und spielt mit Spielzeug. Sie trägt ein orangefarbenes Shirt und ist konzentriert bei der Sache. Im Hintergrund sind andere Kinder und Erwachsene zu sehen, die ebenfalls am Spiel beteiligt sind.
Radio 3
Worte auf den Weg / Worte für den Tag

Ich freue mich, dass du da bist

Regina Harzdorf
Zwei Hände halten sich fest. Eine Hand greift die andere, symbolisiert Unterstützung und Verbindung zwischen den Personen. Der Hintergrund ist verschwommen, wodurch die Berührung in den Fokus rückt.
Radio 3
Worte auf den Weg / Worte für den Tag

Lassen Sie sich Zeit, ich habe sie

Regina Harzdorf
Nahaufnahme einer Mücke, die auf einem hellen Hintergrund sitzt. Die Mücke hat lange Beine und einen schmalen Körper, mit auffälligen Fühlern. Die Bildkomposition hebt die Details des Insekts hervor.
Radio 3
Worte auf den Weg / Worte für den Tag

Das Kleine ernst nehmen

Regina Harzdorf
Ein Rucksack mit buntem Blumenmuster liegt auf dem Boden. Daneben befindet sich eine Jeans. Der Hintergrund zeigt einen Stuhl und einen Korb, was eine gemütliche Räumlichkeit vermittelt.
Radio 3
Worte auf den Weg / Worte für den Tag

Mitten im Dazwischen

Regina Harzdorf
Ein abstraktes Bild einer hellen, glatten Oberfläche, auf der feine, braune Risse und Adern verlaufen. Die Risse sind unregelmäßig und verleihen der Fläche eine interessante Textur und Tiefe. Die Farbkontraste zwischen dem Hellgrau und dem Braun sind deutlich sichtbar.
Radio 3
Worte auf den Weg / Worte für den Tag

Kostbar trotz Rissen

Regina Harzdorf

Wir haben unser altes Klavier verkauft. Viele Jahre hat es uns begleitet, war Musikinstrument und schönes Möbelstück zugleich, ein vertrauter Mittelpunkt in unserem Wohnzimmer – aber es nahm viel Raum ein.
Gemeinsam mit meinen inzwischen erwachsenen Kindern habe ich damit das Klavierspielen gelernt. 
Es gab diese eine Stelle, die immer wieder geübt wurde, bis sie endlich saß – und davor das Holpern und Stolpern, das einem manchmal bis in die Magengrube ging. Und doch: viele schöne Stunden hat uns dieses Klavier geschenkt, denn die Kinder wurden virtuoser und es machte große Freude, ihnen zuzuhören.

„Was, du willst das Klavier verkaufen? Das willst du wirklich machen?“
Der Ausruf meiner Kinder klingt mir noch heute in den Ohren.
Nun aber ist es ausgezogen – so wie unsere Kinder auch. Es wohnt jetzt in einem Ferienhaus auf Rügen und hat uns sogar ein letztes Lebewohl-Foto geschickt, beziehungsweise schicken lassen: von den Menschen, die es in einem großen Kraftakt aus unserem Haus getragen haben.
Loslassen, Erinnerungen, die bleiben, Wehmut über die vergangene Zeit, Dankbarkeit - ein ganzes Gefühlskarussell hat dieser Verkauf in mir ausgelöst.
Inzwischen habe ich ein neues Klavier. Ein elektrisches. Viel kleiner.
Und auf Knopfdruck kann es auch eine Gitarre sein, ein Vibraphon, eine Orgel – oder eines von dreißig anderen Instrumenten.
Ich bin begeistert. Und ich kann üben, wann immer ich mag, denn es lassen sich ganz einfach Kopfhörer einstöpseln.

Ich merke: Das Loslassen hat sich gelohnt. So wie es im Leben immer wieder lohnenswert ist, auch mal Altes über Bord zu werfen, Neues zu beginnen und sich überraschen zu lassen.
„Siehe, ich mache alles neu.“
Dieser Satz aus der Bibel geht mir dabei durch den Kopf. Und ich stelle mir Gott vor wie jemanden, der behutsam sortiert, loslässt und Neues wachsen lässt.
Jeden Morgen beginnt ein neuer Tag. Und jeder Tag bringt diese Möglichkeit mit sich: Altes loszulassen und Neues auszuprobieren. 
Ich wünsche uns allen viel Freude dabei.