Unsere deutsche Sprache ist voll von Sprichwörtern. Es gibt welche für jede Tages- und Jahreszeit. Und auch, wenn ich sie nicht mehr allzu häufig benutze, kennen tu ich sie noch: Zum Beispiel jene Sprichwörter für den Morgen:
Morgenstund hat Gold im Mund. Oder: Spinnen am Morgen, bringt Kummer und Sorgen.
Es gibt sehr viele Sprichworte zum Morgen im Deutschen. Ob allerdings Singen am Morgen sinnvoll ist, dazu hab ich keine Spruchweisheit gefunden.
Da es jedoch viele Morgenlieder gibt, geh ich mal davon aus, dass Singen am Morgen Kummer und Sorgen vertreibt. Ich selbst singe morgens jetzt nicht allzu oft. Höchstens sonntags, wenn ich´s mal in den Gottesdienst schaff.
Ganz anders hielt dies ein Kollege von mir aus dem 17. Jahrhundert. Er hieß Paul Gerhardt und er sang nicht nur, nein, er dichtete auch zahlreiche Lieder. Davon nicht wenige, die man am Morgen singen kann.
Eines von Pauls Lieder wird uns durch diese Sommerwoche begleiten.
Es heißt „Lobet den Herren!“ und schon die erste Strophe legt ordentlich los:
Lobet den Herren / alle, die ihn ehren;
lasst uns mit Freuden seinem Namen singen
und Preis und Dank zu seinem Altar bringen.
Lobet den Herren!
Ich denke jedes Mal: Für so viel Begeisterung am frühen Morgen muss man erst einmal richtig wach sein. Das geht eigentlich erst nach dem 1. Kaffee. Wenn man den Tag mit so viel Lob und Dank beginnt, dann fühlt sich das an wie ein Vertrauensvorschuss für Gott:
Ich lobe Gott nicht erst am Abend, wenn ich weiß, wie der Tag gelaufen ist. Sondern schon am Morgen – bevor ich weiß, was kommt.
Und weils grad so gut läuft mit dem Loben, häng ich an diesem Montag die 2. Strophe gleich noch mit an:
Der unser Leben, / das er uns gegeben,
in dieser Nacht so väterlich bedecket / und aus dem Schlaf uns fröhlich auferwecket:
Lobet den Herren!
Ich hoffe, dass auch Sie heut fröhlich geweckt wurden und dass ihr Tag ein guter wird.