Wie ist die Stimmung in unserem Land? Selten wird nach Sorgen und Nöten der Bevölkerung so intensiv gefragt wie gerade jetzt, wenn gewählt wird. Und klar: die Stimmung ist nicht gut. Selten, dass einer der Befragten auf der Straße sagt: Mir geht`s gut – ich bin wunschlos glücklich! Aber tatsächlich einmal passiert in Sachsen -Anhalt – das Video wurde munter geteilt auf Social Media. Viel mehr aber wird geschimpft, gemeckert, sich gesorgt, zuweilen auch gebrüllt. Der Tenor bei vielen: So kann es nicht weitergehen! Wie dann? frage ich mich. Und fand den Kommentar genial, den einer mutig unter einen der vielen Hass- und Meckerkommentare im Netz gesetzt hatte. Er bestand aus einer Frage: Und was tust Du so für die Hoffnung?
Ich finde den Satz genial. Er blitzt in meinem Kopf immer dann auf, wenn ich mir selber gerade Sätze zurechtlege wie: Das geht so aber wirklich gar nicht! Warum können die nicht…! Man müsste doch endlich…!
Dann höre ich innerlich ein STOPP – Rückfrage an mich selber: Was tust DU so eigentlich für die Hoffnung?!? Engagement nennt sich das. Man könnte auch sagen: Selbstwirksamkeit. Selber anpacken. Wie die Ehrenamtlichen, die in dieser Woche von sich erzählen werden. Genau daher rührt bei vielen von uns ja auch die Unzufriedenheit, dass ich das Gefühl habe, ausgebremst zu werden in meinem Engagement: durch zu viel Bürokratie, zu viele Vorschriften. Genauso frustrierend ist es aber auch, wenn Menschen selber nicht anpacken, sondern nur meckern und darauf warten, dass andere es tun. Unsere Gesellschaft braucht beides: Teilhabe und Beteiligung.
Was tust Du so für die Hoffnung? – ein Satz, den Jesus gesagt haben könnte. Von ihm wurde erwartet, dass er alles besser macht als die da oben: Menschen gesund, Tote lebendig, Hungrige satt, Unterdrückte frei. Kann kein Mensch schaffen. Auch Jesus wurde Opfer von enttäuschten Erwartungen, am Ende von Hass und Gewalt – trotz vollem Einsatz, trotz grenzenloser Liebe. Interessant ist: Wenn andere mit einem Anliegen kamen, reagierte er oft mit einer Gegenfrage: Was willst Du das ich Dir tue? Er half und heilte – aber selten ohne Hinweis darauf, dass Hilfe keine Einbahnstraße ist.
Geh und tu selber etwas, würde Jesus wohl heute sagen: für die Hoffnung!
Und Du so?!?