Letztens fiel mir eine wunderbare Geschichte in die Hand. Über eine Frau, die für ihre Beerdigung einen ungewöhnlichen Wunsch hatte: Man möge ihr im Sarg eine Gabel in die Hand legen.
Warum ausgerechnet eine Gabel, fragte die Pastorin.
Weil früher nach einem guten Essen manchmal gesagt wurde: „Behalte deine Gabel. Da kommt noch was Gutes. Was Richtiges, mit Biss.“
Ein Satz, fast ein wenig trotzig. Ein Satz, nicht nur gegen den Tod, sondern gegen alles, was zu Ende gehen will. Der Tag, der Sommer, das Jahr.
Wir wissen nicht, was kommt, selbst wenn wir am Ende von etwas stehen. Und manchmal fühlt sich das Leben eher nach abgeräumtem Tisch an als nach dem erhofften Festmahl. Menschen fehlen. Hoffnungen auch. Und doch denke ich immer wieder: Selbst wenn ich an vielen Stellen in meinem Leben mal den Löffel abgeben muss, Wünsche begraben und Abschied nehmen, die Gabel behalte ich fest in der Hand. Denn ich bin davon überzeugt, dass Gott immer wieder etwas Gutes für uns bereithält. Vielleicht nicht mehr heute Abend, möglicherweise auch nicht morgen früh. Aber irgendwo wartet es auf uns. Und wie gut ist es, wenn wir dann vorbereitet sind!
Schlafen Sie gut und geben Sie ihre Gabel nicht her. Gott ist sicher schon auf dem Weg zu Ihnen!
Lit.: Reftel, Kristina, Ich habe nach dir gewonnen. Goldmann Verlag München 2015, Seite 38.