Das Interessanteste geschieht oft im Zwischenraum. Musik lebt davon. In der Dynamik von Aufbau und Abebben, Intensivieren und Verklingen. Der Höhepunkt der Spannung liegt dabei oft zwischen den Klängen. So ergeht es mir auch beim Psalm 39. Da heißt es: „Und nun, Herr, worauf soll ich hoffen? Auf dich allein will ich harren.“* Frage und Antwort sind ja wohl kaum einfach so nacheinander gesprochen. Zuerst klingt es doch ganz ratlos, hilflos. Aus der Antwort hingegen spricht volles Vertrauen. Was ist da passiert? In diesem Zwischenraum?
Ich erlebe es ja selbst: Es geschieht immer etwas, wenn ich mich an Gott wende. Ihm notfalls meine leeren Hände oder mein leeres Herz einfach hinhalte. Es geschieht etwas zwischen ihm und mir. Manchmal blitzartig, manchmal allmählich aufdämmernd. Aber etwas Entscheidendes hat sich dann gewandelt. Ich habe mich gewandelt.
Ich wünsche Ihnen, dass Sie es auch kennen: Das Wunder des Zwischenraums. * Ps 39,8