Gestern haben viele Gemeinden Erntedank gefeiert. Einmal im Jahr Danke sagen für das, was durch die Arbeit vieler fleißiger Hände täglich auf den Tellern landet. Und natürlich ein bewusster Dank dem, der es auf den Feldern hat wachsen lassen. Ich glaube, ein Tag im Jahr ist zu wenig, um auf die Ernte zu schauen. Jeden Tag wächst ja etwas in unserem Leben, in uns selbst. „Was der Mensch sät, das wird er ernten", heißt es im Galaterbrief (6,7). Unser Inneres, unsere Seele, kann man ja ganz gut vergleichen mit einem Garten oder einem Feld. Man sät – mit Gedanken, Worten oder Vorsätzen. Man pflegt – durch Übung und Rituale, man lässt wachsen und freut sich hier und da über eine gute Frucht, die man bemerkt. Vielleicht möchten Sie ja heute kurz zurückschauen und fragen, was heute gereift ist – auch wenn es klein war. Ein gutes Gespräch, ein Moment der Geduld oder eine kleine Erkenntnis? Vielleicht entdecken Sie beim Zurückblicken etwas, das Sie fast übersehen hätten. Nehmen Sie es mit in die Nacht. Eine reiche Ernte und eine gute Nacht wünsche ich Ihnen.
Erntedank
Ein Beitrag von
Magdalena Kiess