Eine Person steht am Strand mit ausgebreiteten Armen, während die Sonne im Hintergrund untergeht. Die Silhouette der Person ist gut sichtbar, und die Szenerie vermittelt ein Gefühl von Freiheit und Freude.
13.12
2025
21:58
Uhr

Ich freue mich

Ein Beitrag von Juliane Rumpel

Nun steht der dritte Adventssonntag vor der Tür. Und auch, wenn ich schon lang kein Kind mehr bin, Advent stimmt mich sozusagen grundlos vergnügt. Die Erwartung macht mich fröhlich und lässt mich auch an Mascha Kaléko denken, die diese Zeilen gedichtet hat:

 

Ich freu mich, dass der Mond am Himmel steht.

Und dass die Sonne täglich neu aufgeht.

Dass Herbst dem Sommer folgt und Lenz dem Winter.

Gefällt mir wohl. Da steckt ein Sinn dahinter.

Wenn auch die Neunmalklugen ihn nicht sehen.

Man kann nicht alles mit dem Kopf verstehn!

Ich freue mich. Das ist des Lebens Sinn.

Ich freue mich vor allem, dass ich bin.

 

In mir ist alles aufgeräumt und heiter:

Die Diele blitzt. Das Feuer ist geschürt.

An solchem Tag erklettert man die Leiter,

Die von der Erde in den Himmel führt.

Da kann der Mensch, wie es ihm vorgeschrieben,

Weil er sich selber liebt – den Nächsten lieben.

Ich freue mich, dass ich mich an das Schöne

Und an das Wunder niemals ganz gewöhne.

Dass alles so erstaunlich bleibt, und neu!

Ich freue mich, dass ich … Dass ich mich freu.

 

Quelle: Auszug aus „Sozusagen grundlos vergnügt“, aus: Mascha Kaléko: In meinen Träumen läutet es Sturm, München 362018, S. 66f.