Manchmal muss ich zugeben: Mein Glaube hat etwas von Schrödingers Katze. In diesem berühmten Gedankenexperiment ist eine gedachte Katze in einer geschlossenen Kiste – und so lange niemand hineinschaut, ist sie gleichzeitig lebendig und tot. Erst durch den Blick in die Kiste entscheidet sich ihr Zustand. Die Quantenphysik zeigt damit, wie seltsam unsere Welt sein kann.
So fühlt sich manchmal auch mein Glaube an. Einerseits bin ich überzeugt: Es gibt Gott. Und gleichzeitig gibt es Momente des Zweifelns. Beide nebeneinander. Ich habe gelernt, dass das okay ist. Denn ich muss nicht – anders als bei Schrödingers Katze – „nachschauen“, ob es Gott wirklich gibt. Ich darf vertrauen. Vielleicht etwas naiv, aber für mich trägt dieses Vertrauen, dass mein Leben kein Zufall ist. Keine bloße Ansammlung von Atomen, sondern gewollt, gehalten, gemeint. Auch wenn ich nicht alles verstehe. Der Physiker Albert Einstein hat wohl einmal gesagt: „Gott würfelt nicht.“ Für mich heißt das: Ich bin nicht zufällig hier. Und das reicht mir erst einmal für heute Abend.