Der Sonntag ist vermutlich der Tag, an dem am meisten über Gott geredet wird. Vielleicht sind das schon zu viele Worte zum Sonntag. Und vielleicht suggerieren sie zu sehr, alles über Gott zu wissen. Ich fürchte nur, wenn man zu wissen glaubt, streckt man sich nicht mehr danach aus. Ich glaube mit der Bibel und vielen Erfahrungen, dass Gott mit den Suchenden und Fragenden ist. Dass er denen nahekommt, die einfach offen sind für ihn. Offen wie ein Kind. Der französische Priester Michel Quoist schreibt, wie Gott wohl darüber denkt:
„Ich liebe die Kinder, weil sie noch fähig sind, größer zu werden (…) Aus den Erwachsenen aber, sagt Gott, ist nichts mehr herauszuholen. (…) sie sind steckengeblieben. Das ist ein Unglück, (…) die Erwachsenen meinen, sie seien schon angekommen.“
Steckenbleiben muss man aber nicht. Man kann sich ja innerlich wieder öffnen. Jederzeit. So endet auch hoffnungsvoll der Text von Michel Quoist:
„Alleluja (…) sagt Gott, macht auf, (…) um in euch das Kind aufzuerwecken. (…) Denn ich liebe die Kinder, sagt Gott, und ich will, dass alle ihnen gleichen.“
Quelle: Michel Quoist, Herr da bin ich, Graz 1959, ISBN 3-579-01052-2