Eine Mutter sitzt auf einem Sofa und hält ihr Kleinkind auf dem Schoß. Das Kind schaut sie neugierig an. Im Hintergrund ist ein Fenster mit Blumen. Die Mutter trägt ein elegantes, historisches Kleid. Die Szene vermittelt eine Atmosphäre von Zuneigung und Geborgenheit.
13.10
2026
06:50
Uhr

Frust kann motivieren

und zwar von kleinauf an

Ein Beitrag von Magdalena Kiess
Dies ist eine Sendung aus der Staffel vom 12. – 18. Oktober Alle Beiträge aus der Staffel finden sie hier:
Das Bild zeigt ein Wandgemälde einer Frau mit einer Zigarette in der Hand. Sie schaut direkt nach vorne. Neben ihr steht der Text: "Niemand hat das Recht zu gehorchen."
Radio 3
Worte auf den Weg / Worte für den Tag

Hannah Arendt

Magdalena Kiess
Eine Holzregalwand zeigt verschiedene Kupferküchenutensilien, darunter Töpfe, Pfannen und Backformen. An einer Seitenwand sind weitere Kupfergefäße in Regalen angeordnet. Die Anordnung vermittelt ein nostalgisches Küchendesign und erinnert an traditionelle Kochmethoden.
Radio 3
Worte auf den Weg / Worte für den Tag

Heilige Theresa von Avila

Magdalena Kiess
Die Medaille zeigt die Heilige Hedwig, Herzogin von Schlesien, in einem detailreichen Relief. Sie hält ein Buch in den Händen, während im Hintergrund eine stilisierte Kirche zu sehen ist. Umrandet wird das Bild von ihrem Namen und Titel in geschwungenen Buchstaben.
Radio 3
Worte auf den Weg / Worte für den Tag

St. Hedwig

Das Bild zeigt das Deckenfresko der Sixtinischen Kapelle, gemalt von Michelangelo. Es stellt biblische Szenen dar, insbesondere die Schöpfung und das Jüngste Gericht, mit zahlreichen Figuren, die verschiedene emotionale Zustände und dynamische Posen einnehmen. Die Farben sind lebhaft und kontrastreich.
Radio 3
Worte auf den Weg / Worte für den Tag

Der Internationale Tag zur Beseitigung der Armut

Neulich habe ich einen Artikel über kindliche Entwicklung gelesen. Darin stand, dass es der Entwicklung von Babies gut tut, nicht ständig bespielt zu werden. Sie dürfen auch viel Raum haben, um zu gucken, zu tasten oder zu hören. Und sie sollen Dinge immer wieder selbst versuchen – bis sie es irgendwann alleine können. Auf dem Weg dahin gibt es unweigerlich Momente des Frusts: wenn etwas nicht klappt, oder das Spielzeug einfach einen Zentimeter zu weit weg liegt. Der Rat der Fachleute ist: Das Kind diesen Frust ruhig Mal einen kurzen Moment aushalten lassen. Nicht um es zu quälen, sondern um ihm die Chance zu geben, es vielleicht doch noch aus eigener Kraft zu schaffen.

Frust aushalten – das fällt auch Erwachsenen schwer. Unangenehme Gefühle will ich meistens sofort loswerden: ablenken, verdrängen, schönreden, da hat jede und jeder eine eigene Strategie. Ein Blick aufs Handy, ein Griff zum Kühlschrank, schnell das Thema wechseln – ich werde erfinderisch darin, Unbehagen aus dem Weg zu gehen. Dabei könnte es sich lohnen, es kurz da sein zu lassen. Zu schauen, was passiert, wenn ich nicht sofort eingreife. Vielleicht wächst daraus eine neue Idee. Vielleicht eine neue Erkenntnis, die ich sonst übersehen hätte.

In der Bibel wird ja auch nicht nur gejubelt. Da heißt es auch: „Wie lange noch, Herr, vergisst du mich?" (Psalm 13,2) Ein Satz voller Ungeduld und Enttäuschung, mitten in der Heiligen Schrift. Die Bibel lässt solchen Gefühlen Raum, statt sie zu übertünchen. Offenbar gehören sie zum Leben dazu – und zum Glauben –, genau wie die Freude und die Zuversicht.

Die guten Gefühle sind nur die halbe Wahrheit über das Leben. Die anderen sind die zweite Hälfte, und beide gehören zu einem ehrlichen Leben dazu. Vielleicht warten Sie heute bei einem unangenehmen Gefühl Mal einen Moment und schauen, was es Ihnen eigentlich sagen will, bevor Sie es beiseiteschieben.