Ein kleines Mädchen mit blonden Haaren sitzt auf dem Boden und spielt mit Spielzeug. Sie trägt ein orangefarbenes Shirt und ist konzentriert bei der Sache. Im Hintergrund sind andere Kinder und Erwachsene zu sehen, die ebenfalls am Spiel beteiligt sind.
18.08
2026
06:50
Uhr

Ich freue mich, dass du da bist

Ein Beitrag von Regina Harzdorf
Dies ist eine Sendung aus der Staffel vom 17. – 23. August Alle Beiträge aus der Staffel finden sie hier:
Zwei Hände halten sich fest. Eine Hand greift die andere, symbolisiert Unterstützung und Verbindung zwischen den Personen. Der Hintergrund ist verschwommen, wodurch die Berührung in den Fokus rückt.
Radio 3
Worte auf den Weg / Worte für den Tag

Lassen Sie sich Zeit, ich habe sie

Regina Harzdorf
Nahaufnahme einer Mücke, die auf einem hellen Hintergrund sitzt. Die Mücke hat lange Beine und einen schmalen Körper, mit auffälligen Fühlern. Die Bildkomposition hebt die Details des Insekts hervor.
Radio 3
Worte auf den Weg / Worte für den Tag

Das Kleine ernst nehmen

Regina Harzdorf
Ein Rucksack mit buntem Blumenmuster liegt auf dem Boden. Daneben befindet sich eine Jeans. Der Hintergrund zeigt einen Stuhl und einen Korb, was eine gemütliche Räumlichkeit vermittelt.
Radio 3
Worte auf den Weg / Worte für den Tag

Mitten im Dazwischen

Regina Harzdorf
Ein abstraktes Bild einer hellen, glatten Oberfläche, auf der feine, braune Risse und Adern verlaufen. Die Risse sind unregelmäßig und verleihen der Fläche eine interessante Textur und Tiefe. Die Farbkontraste zwischen dem Hellgrau und dem Braun sind deutlich sichtbar.
Radio 3
Worte auf den Weg / Worte für den Tag

Kostbar trotz Rissen

Regina Harzdorf

Es braucht nicht viel, damit jemand sich verletzt fühlt. Manchmal reicht ein Satz, ein Wort oder nur ein bestimmter Tonfall.
Wie schnell das passieren kann, zeigt eine kleine Begebenheit, die mir neulich eine Kollegin aus der Kita erzählt hat.
Am Nachmittag saß sie mit einigen Kindern bei der Vesper. Es war einer dieser ruhigen Momente, in denen gegessen und nur wenig geredet wird.
Zwei Mädchen saßen nebeneinander. Die eine fragte plötzlich: „Sind wir jetzt wieder Freundinnen?“
Die Antwort kam sofort: „Nein.“
Das Mädchen fragte nach: „Warum nicht?“
Und die andere sagte: „Du nervst.“
Das Mädchen war sichtbar getroffen. Und auch die anderen Kinder merkten, dass hier gerade etwas passiert war, das wehtut.
Was macht man in so einem Moment?
Man könnte das Gesagte sofort korrigieren. Man könnte versuchen zu vermitteln, zu erklären, zurechtzuweisen oder das Verhalten anzusprechen.
Meine Kollegin hat etwas anderes gemacht. Sie hat sich dem Mädchen zugewandt, das gerade zurückgewiesen worden war, und gesagt: „Ich freue mich, dass du da bist. Dass du hier mit uns am Tisch sitzt.“ 
Sie hat das ruhig gesagt, ohne großes Aufheben und ohne das andere Kind vor allen zu korrigieren. Das Gespräch mit dem anderen Mädchen hat sie später gesucht – in einem Moment, in dem dafür Raum war. Zuerst hat sie das verletzte Kind gestärkt, ohne das andere zu beschämen.
Mich hat diese Reaktion sehr berührt.
Manchmal braucht es gar nicht viel: einen Satz, der nicht bewertet, sondern stärkt, und einen Menschen, der an der Seite bleibt.
So begegnet auch Jesus den Menschen. Er stellt sich an ihre Seite – besonders dann, wenn sie verletzt oder ausgegrenzt sind. Und manchmal beginnt das mit einem ganz einfachen Satz: „Ich freue mich, dass du da bist.“