Jakobus war einer der bekanntesten Begleiter des Wanderpredigers Jesus von Nazareth. Vielen ist er eher bekannt als Schutzpatron des Jakobsweg, nach Santiago de Compostela. Sie wissen schon – Hape Kerkeling…. Heute, am 25. Juli, ist Jakobus offizieller Gedenktag.
Jahr um Jahr zieht es Millionen von Menschen zum Pilgern, nicht nur auf den Jakobsweg. Vier bis fünf Wochen lang gehen die Pilger Kilometer um Kilometer. Täglich schleppen sie schwer an ihrem Gepäck, haben Blasen, sind erschöpft. Abends sinken sie in einem Massenquartier auf eine Isomatte oder eine schmutzige Matratze. Komfort sieht anders aus. Was also suchen sie?
Manche suchen eine religiöse oder spirituelle Erfahrung. Andere wollen bewusst Abstand vom Alltag gewinnen, nachdenken, trauern, neu anfangen. Und viele suchen wohl, oft ganz unbewusst, so etwas wie die eigene Mitte.
Normalerweise zieht es uns ja ständig nach außen. Nachrichten, Termine, Erwartungen anderer, soziale Medien, Leistungsdruck. Oft leben wir über Wochen und Monate hinweg einfach so dahin. Wir funktionieren, reagieren, erledigen.
Pilgern ist das genaue Gegenteil. Wer pilgert, reduziert sein äußeres Leben auf das Wesentliche: ein Weg, ein Rucksack, die nächsten Schritte. Das Gehen bringt Körper und Seele in einen gemeinsamen Rhythmus. Nach einigen Tagen werden oft die äußeren Gedanken leiser. Was vorher wichtig erschien, verliert an Gewicht. Nicht selten tauchen dafür größere Lebensfragen auf: Wer bin ich eigentlich? Was will ich mit meinem Leben noch anstellen?
Auch hierzulande entdecken immer mehr Menschen das Pilgern neu. Zum Beispiel auf dem alten Pilgerweg von Berlin nach Wilsnack, im späten Mittelalter ein sehr bekannter Wallfahrtsweg. Auf rund 120 Kilometern führt er durch das weite Brandenburg bis zur Wunderblutkirche in Bad Wilsnack.
Die wenigsten Pilger sind hier Christen. Doch Spiritualität geht über das Christentum weit hinaus. Alle sind eingeladen, sich auf einen Pilgerweg zu begeben. Und nicht selten finden wir das Ziel nicht am Ende des Weges. Sondern in uns selbst, in unserer Mitte.