Guten Morgen, ich heiße Karlies Abmeier. Seit 2020 bin ich die Vorsitzende des Diözesanrats der Katholiken im Erzbistum Berlin. Diözesanrat - ein ziemlicher Zungenbrecher. Dahinter verbirgt sich ein Zusammenschluss von Ehrenamtlichen aus den katholischen Pfarreien und Verbänden in Berlin, Brandenburg und Vorpommern.
Wir beschäftigen uns mit Fragen des kirchlichen Lebens und wie Kirche einen Beitrag für die Gesellschaft leisten kann.
Mir ist es wichtig, dass Kirche ein lebendiger Ort ist, wo Menschen sich gern treffen und engagieren. Kirche sollte so gestaltet sein, dass man gern mitmacht, dass es Freude macht, dabei zu sein, dass man zufrieden weggeht.
Zum Beispiel, indem wir Räume schaffen, in denen Menschen sich begegnen, austauschen und diskutieren können. Egal, ob sie gläubig sind oder nicht. Gerade in einer Zeit starker Polarisierung müssen wir im Austausch bleiben – auf Augenhöhe und mit Respekt.
Kirche soll ein Ort sein, an dem man sich sinnstiftend für die Gesellschaft engagieren kann. Zum Beispiel in der Obdachlosenhilfe, beim Seniorendienst, der Kinder- und Jugendarbeit, aber auch in Kirchenvorständen und Pfarreiräten. Oder beim Singen im Chor, damit der Gottesdienst lebendiger wird. Menschen müssen spüren, dass ihr Einsatz einen Unterschied macht.
Und das muss ganz ausdrücklich auch für Frauen in der katholischen Kirche gelten. Ich habe fünf Enkeltöchter! Sie sollen in Zukunft Kirche als einen Ort erleben, an dem sie als Frauen willkommen sind, ihre Fähigkeiten einsetzen können und ihr Engagement anerkannt wird.
Mich motiviert, wenn ich spüre, dass mein Einsatz eine Veränderung bewirkt. Und das wünsche ich mir für unsere Stadt und unser Land: Dass möglichst viele eine ähnliche Erfahrung von Freude und Bestätigung machen und damit ein Zeichen der Zuversicht setzen.