Auf einmal fällt sie einen an, die unvermutete Traurigkeit, die Melancholie, ein griechisches Wort, das schwarze Galle bedeutet.
Ein Grund: Etwas ist schief gelaufen, etwas ist aus dem Ruder geraten, eine komplette Niederlage. Man möchte sich verkriechen. Also was tun?
In dem Büchlein: „Die hohe Kunst der Melancholie“ rät Mariela Sartorius dazu, sich ein Zauberwort zu suchen frei nach dem Vers von Joseph von Eichendorf:
Schläft ein Lied in allen Dingen, die da träumen fort und fort,
und die Welt hebt an zu singen, triffst Du nur das Zauberwort.
Ein Zauberwort? Wie man so ein Wort findet? Eine Zeitung hat prominente Menschen nach ihren Zauberworten bei unvermuteter Melancholie befragt. Zauberworte können die Phantasie wecken und lassen träumen. Schöne Worte kamen da zusammen: Nachdenken, Waldeinsamkeit, Warten, einer sagte: Die Dünung, das Hin-und-Her-Schwingen im Rhythmus des Wassers.
Mein Zauberwort: Erbarmen, Verzeihung, Umarme mich!
Solche Worte können tatsächlich wie ein Zauber wirken. Auf solchem bezaubernden Stimmungsumschwung ruht Gottes Segen. Gute Nacht.
Mariela Sartorius, Die hohe Kunst der Melancholie, Gütersloh, München, 2011, S. 147ff.