Zum langen Wochenende reist ganz gerne mal die bucklige Verwandtschaft an. Bei Ihnen auch? Bei uns ist das ein guter Brauch. Und auch, wenn mich meine Familie manchmal nervt, ohne möchte ich nicht sein.
Wie heißen die Verwandten denn bei Ihnen? Mischpoke oder Bagage? Sippschaft oder Kind und Kegel? Ich nenne sie mal, mal so, aber immer mit einem zärtlichen Unterton. Denn ein bisschen abwertend klingt es schon, wenn man vom Klüngel oder vom Anhang spricht.
Dabei ist mir meine doch sehr wichtig, aber wann hab ich ihrs eigentlich das letzte Mal gesagt? So einfach ist das gar nicht, wenn es keine Gewohnheit ist, der Schwester zu sagen: ich hab dich so gern. Oder dem alt-gewordenen Vater ins Ohr zu flüstern: hab dich lieb, Papa.
Wohl denen, denen das leicht über die Lippen geht. Hört ja nicht auf damit. Und alle andern, so wie ich: Fangt endlich damit an.
Vielleicht fällt's leichter, wenn ihr heut von Gott träumt, der zu allen von uns sagt: Dich, hab ich lieb! Gute Nacht.