Das Bild zeigt zwei Hände: eine Erwachsene und eine Kinderhand, die sanft ineinander verschränkt sind. Die Hände symbolisieren Zuneigung und Verbindung zwischen Erwachsenen und Kind. Der Hintergrund ist unscharf und weniger relevant. Das Bild zeigt zwei Hände: eine Erwachsene und eine Kinderhand, die sanft ineinander verschränkt sind. Die Hände symbolisieren Zuneigung und Verbindung zwischen Erwachsenen und Kind. Der Hintergrund ist unscharf und weniger relevant.
Das Bild zeigt zwei Hände: eine Erwachsene und eine Kinderhand, die sanft ineinander verschränkt sind. Die Hände symbolisieren Zuneigung und Verbindung zwischen Erwachsenen und Kind. Der Hintergrund ist unscharf und weniger relevant.
28.04
2026
21:58
Uhr

Jeden Abend

Ein Beitrag von Juliane Rumpel

Früher haben wir jeden Abend gebetet. Da war ich noch sehr klein.

Früher haben wir jeden Abend gesungen. Da war ich schon ein wenig größer.

Nun bin ich erwachsen und denke jeden Abend drüber nach, soll ich beten? Soll ich singen?

Manchmal tu ich eines davon, aber es ist mir fremder geworden mit den Jahren.

Dafür les ich abends manchmal noch Texte oder Gedichte, wie diese Zeilen hier von Lothar Zenetti, einem Priester, Jahrgang 1926:

 

Was keiner wagt, das sollt ihr wagen,

Was keiner sagt, das sagt heraus.

Was keiner denkt, das wagt zu denken.

Was keiner anfängt, das führt aus.

 

Wo alle loben, habt Bedenken.

Wo alle spotten, spottet nicht.

Wo alle geizen, wagt zu schenken.

Wo alles dunkel ist, macht Licht.

 

Man könnte diese Zeilen glatt singen, denke ich, während mir die Augen zufallen. Ich hoffe, dass ich diese Worte auch morgen noch erinnere: Wo alle geizen, wagt zu schenken…


Quelle: Lothar Zenetti: Texte der Zuversicht, München 1972, S. 253.