01.08
2026
21:58
Uhr

Innehalten

Manchmal braucht es gar keinen großen Anlass, um kurz stehen zu bleiben. Der Monat wechselt, der Abend kommt, und dazwischen liegt so eine kleine Schwelle, die man leicht übersieht. Kein Feuerwerk. Nur ein Moment, in dem nicht sofort das Nächste beginnen muss.

Ich merke, wie selten ich solche Übergänge wirklich wahrnehme. Meistens denke ich schon weiter: was noch fehlt, was morgen ansteht, was endlich geklärt werden müsste. Dabei kann gerade ein stiller Zwischenraum helfen, die Dinge wieder etwas genauer zu sehen.

In der christlichen Tradition gehört das Innehalten zum Gebet. Nicht alles erklären, nicht alles bewerten. Einfach da sein vor Gott, mit dem, was war, und mit dem, was noch ungeordnet ist.

Was klingt aus den letzten Wochen nach? Was darf jetzt ruhen?

Morgen ist Sonntag. Vielleicht ist eine offene Kirchentür dann ein Angebot: für Stille, Musik, ein Gespräch — oder einfach für ein paar Minuten, in denen niemand etwas von Ihnen erwartet.

Möge dieser Abend Ihnen Ruhe schenken und einen klaren Blick für das, was vor Ihnen liegt.