Vertrauen wächst selten auf Knopfdruck. Ich hätte es manchmal gern anders: klarer, schneller, mit weniger innerem Hin und Her. Aber Vertrauen ist kein Schalter. Eher etwas, das sich langsam bildet, durch Erfahrung, durch Enttäuschungen hindurch, durch kleine Momente, in denen doch etwas gehalten hat.
Gerade in unklaren Zeiten merke ich, wie ich schnell eine Antwort erzwingen will. Sicherheit herstellen. Endlich wissen, woran ich bin. Nur wird Vertrauen dadurch nicht größer. Es wird eher müde, und ich auch.
In der Bibel steht: Werft euer Vertrauen nicht weg. … Für mich klingt das nicht nach Durchhalten um jeden Preis. Eher nach einer leisen Ermutigung, dem zu trauen, was schon gewachsen ist — auch wenn es noch klein und unfertig bleibt.
Vielleicht darf offen bleiben, was noch nicht reif ist. Vielleicht sieht Gott mehr davon, als ich gerade erkenne.
Möge dieser Abend Ihnen Geduld schenken mit dem, was Zeit braucht, und die Gewissheit, dass Ihr Vertrauen nicht allein wachsen muss.