29.07
2026
21:58
Uhr

Stille als Sprache

Es gibt Orte in Berlin, an denen der Lärm nicht verschwindet, aber zurücktritt. Ein Park am Abend, ein Weg am Wasser, ein Innenhof, aus dem nur noch gedämpfte Stimmen kommen. Man hört noch die Stadt. Nur steht sie für einen Moment nicht im Vordergrund.

Solche Stille ist nicht leer. Manchmal ist sie sogar unruhig, weil dann erst auftaucht, was sonst überdeckt wird: ein Gedanke, den ich weggeschoben habe. Eine Erinnerung. Eine Müdigkeit, die sich nicht mehr überspielen lässt.

Ich greife oft zu schnell nach dem nächsten Geräusch. Musik, Nachrichten, irgendetwas. Dabei kann Stille auch ein Ort sein, an dem Gott nicht lauter werden muss, sondern ich leiser werde. Vielleicht beginnt Beten manchmal genau so, ganz schlicht.

Nicht jede Stille ist angenehm. Manchmal kommt in ihr hoch, was ich sonst überhöre. Aber vielleicht beginnt gerade dort etwas Heilsames.

Möge dieser Abend Ihnen einen stillen Raum schenken, in dem Sie da sein dürfen und sich selbst wieder näherkommen.