Der Monat Oktober ist nun fast vorbei. Vieles ist längst erledigt, anderes steht seit Monaten auf irgendeiner To-do-Liste und schaut uns vorwurfsvoll an. Aber, zwei Tage können eine Menge sein. Der Kleiderschrank könnte aufgeräumt werden oder die Steuererklärung gemacht. Zwei Tage sind genug Zeit, um eine Postkarte auszuwählen und ein paar freundliche Worte darauf zu schreiben.
Ich schreibe gerne Postkarten. Sie sind Grüße, die man sich an die Wand pinnen, zwischen Buchseiten legen oder unters Kopfkissen schieben kann. Vielleicht ist das überhaupt das Schöne an diesen letzten Oktobertagen: Noch ist Zeit, jemandem ein kleines Zeichen zu schicken. Nicht weil Weihnachten naht oder ein Geburtstag im Kalender steht, sondern einfach so.
„Ich denke an dich.“ Vier Wörter passen auf jede Postkarte und in einen ziemlich vollen Tag.
Vielleicht sind solche Grüße auch eine Ahnung davon, dass auch wir genauso aufgehoben sind: zwischen den Seiten einer großen Geschichte, liebevoll verwahrt.
Noch sind zwei Tage vom Oktober übrig. Genug Zeit für eine Postkarte.
Und falls sie morgen neben der Haustür liegen bleibt, ist das auch nicht schlimm.
Noch ist Zeit.