Manchmal fühlt sich die Welt an wie ein Panoptikum.
Der Philosoph Michel Foucault hat das Bild des Panoptikums geprägt:
Ein Gefängnis, das so gebaut ist,
dass ein Wächter alle Insassen in den Zellen sehen kann, ohne selbst gesehen zu werden.
Wer drin sitzt, weiß nie genau,
ob gerade jemand hinschaut.
Und genau das ist der Punkt: Weil man es nicht weiß,
beginnt man irgendwann, sich selbst zu überwachen.
Viele Menschen kennen dieses Gefühl auch außerhalb von Gefängnissen:
Das Gefühl, gesehen zu werden – und doch nicht wirklich wahrgenommen zu sein.
Beobachtet vielleicht. Bewertet vielleicht. Aber nicht wirklich erkannt.
Der christliche Glaube erzählt diese Geschichte anders.
Er spricht nicht von einem kalten Blick, der kontrolliert,
sondern von einem Blick, der liebt.
Von Gott heißt es in der Bibel: Du siehst mich.
Und zwar nicht mit dem Blick der Überwachung
– sondern und das ist wichtig mit dem Blick der Fürsorge.
Gott sieht uns, nicht um zu richten.
Gott sieht, um zu halten.
Sein Blick ist ein liebevoller -
Vielleicht ist das gerade nachts ein tröstlicher Gedanke.
Wenn der Tag noch einmal durch den Kopf geht.
Wenn Sorgen lauter werden und die Gedanken nicht zur Ruhe kommen.
Über unserem Leben steht nicht das kalte Auge der Kontrolle.
Über meinem Leben steht der Blick eines Gottes, der mich kennt – und der mich nicht fallen lässt.
Kommen Sie gut durch die Nacht.
Gott segnet Sie.