Das war der letzte Sonntag vor dem Advent. Schon wieder Advent. Das Jahr ist fast vorbei – einfach so verflogen. Und jetzt soll schon Advent kommen? Kerzen, Besinnlichkeit und all die Erwartungen. Vielleicht geht es Ihnen wie mir und sie haben noch gar keine Lust darauf. Keine Sehnsucht nach weihnachtlicher Beleuchtung und Vorfreude will sich auch noch nicht einstellen. Stattdessen bin ich müde vom Alltag, vom Rennen durch das Jahr. Und das ist okay, sag ich mir. Advent lässt sich nicht erzwingen. Vielleicht muss er sich erst vorsichtig in mir – in uns ankündigen. Wie der erste kühle Windhauch vor dem Schnee, wie ein leises Lied, das man nicht ganz mitsingen kann. Heute Abend braucht es jedenfalls keine fertige Stimmung. Keinen Glanz. Nur einen Moment der Ehrlichkeit: So, wie es jetzt ist, darf es sein. Und vielleicht beginnt genau da ein anderer Advent – nicht laut, nicht perfekt, aber echt. Ein Advent, der nicht fordert, sondern einlädt zum Durchatmen, zum Warten und zum Wiederfinden von Hoffnung. Also ganz langsam: Schritt für Schritt, darfst Du, Advent, kommen.
Schon wieder Advent
Erzwungene Besinnlichkeit
Ein Beitrag von
Sebastian Schwertfeger