Auf einer Reise durch die USA war ich bei einer Show von David Copperfield. Ja, dem Magier. Er ist älter geworden – klar, die Jahre sieht man ihm an. Aber was man ihm nicht ansieht ist, dass er etwas von seinem Können eingebüßt hätte. Im Gegenteil. Die Show war voller Staunen – voller Zauberkunst. Und ich dachte: Man ist nie zu alt, um sich verzaubern zu lassen – und auch nicht, um andere zu verzaubern. Alter ist oft weniger eine Frage der Jahre als eine Frage des Kopfes – und des Herzens. Der Alltag bietet uns kaum so große Illusionen wie auf der Bühne, aber kleine Momente der Überraschung: ein unerwartetes Lächeln, ein gutes Wort zur rechten Zeit, einen Moment der Stille, der gut tut. Vielleicht liegt darin der wahre Zauber des Augenblicks: in der Fähigkeit, das Besondere im Gewöhnlichen zu sehen und das Leben nicht als selbstverständlich hinzunehmen. Sich wundern zu können, offen zu bleiben – dafür ist man nie zu alt. Vielleicht braucht es dazu manchmal nur Mut, wieder wie ein Kind zu staunen.
Zauberkunst
Mut zum Staunen
Ein Beitrag von
Sebastian Schwertfeger