Der bekannte Künstler Christoph Schlingensief schrieb 2008 nach seiner Krebs-Diagnose ein Tagebuch mit dem Titel „So schön wie hier kanns im Himmel gar nicht sein!“. Auch im Angesicht des Todes gab er nicht auf, seine Menschlichkeit weiter zu entwickeln, weshalb dieses Buch für mich ein Mutmach-Buch ist. Er beschrieb, wie wichtig Autonomie für Kranke bleibt und dass Sterben nicht in der Sprachlosigkeit versinken soll. Es betrifft uns ja alle. Aus eigenem Erleben rief er dazu auf, Erkrankte zu begleiten und sich um sie zu kümmern, auch wenn man sich unsicher fühle oder Angst davor hat. Durch seinen Perspektivwechsel verstand er andere Menschen plötzlich besser und erkannte oft die wahren Gründe ihres Handelns, selbst dann, wenn es gegen ihn gerichtet war. Bis zuletzt wollte der Künstler tätig sein und etwas bewirken. Er erlebte eine Werteverschiebung und bemerkte, dass die einfachen Dinge das eigentliche Leben ausmachen. Er konnte nun in ihnen das Schöne, Große und Wunderbare sehen. Wünschen wir uns alle, dass wir dies auch für uns rechtzeitig erkennen. Haben Sie eine ruhige Nacht.
So schön wie hier kanns im Himmel gar nicht sein!
Ein Beitrag von
Christiane Voigt-Rensch