In unserer Familie haben wir früher das Tischgebet gern gesungen. Nach dem Essen am liebsten den Kanon: „Dank dir, Vater, für die Gaben. Amen. Amen.“ Als ich klein war, konnte ich allerdings mit dem Wort Gaben noch nicht viel anfangen. Ich habe halt verstanden, was mir am gedeckten Tisch logisch vorkam: Gabeln. Damit erschien mir allerdings der Dank etwas ergänzungsbedürftig. Und so sang ich aus voller Kehle: Dank dir, Vater, für die Gabeln und die Messer und die Löffel.
Als Kind fand ich völlig natürlich, was ich mir inzwischen bewusst machen muss: Es gibt so vieles, wofür ich Gott danken kann. Und was ich sage, reicht lange nicht aus.
Ja, es gibt viele Gründe zu Traurigkeit oder Klage.
Aber ich wünsche Ihnen, dass Sie auch bewusst auf die Suche gehen nach dem, was Sie Gutes erlebt haben. Und wenn Sie dann dafür danken möchten, muss man nicht unbedingt dem Rat der Deutschlehrer folgen und Wiederholungen zu vermeiden. Ich möchte lieber so danken wie damals als Kind: Dank Dir, Gott, für die Gaben und die Geschenke und überhaupt für alles, was du mir Gutes tust!
Bleiben Sie behütet!