Ab wann gilt etwas eigentlich als Tradition?
Diese Frage begleitet mich schon lange. Gerade wenn man jung ist, hinterfragt man Traditionen schnell – oder bricht sie sogar. Vor einigen Jahren spielte ich jeden Montag „Big 2“ – ein Kartenspiel mit zwei Freunden. Doch irgendwann verlor sich unser Stammtisch, und die Tradition war vorbei.
Aber: Man kann sich auch ganz bewusst neue Traditionen schaffen – mit wem und zu was man will. Denn Traditionen müssen nicht starr sein, sondern brauchen vor allem einen persönlichen Kern. Vor ein paar Jahren fehlte mir ein Feiertag für meine Freunde, die an staatlichen Feiertagen meist bei ihrer Familie waren. Also schuf ich einen eigenen Tag – lud alle jedes Jahr zu einem großen Festessen ein. Schon im zweiten Jahr sprach jeder von einer neuen Tradition. Wir hatten einem gewöhnlichen Donnerstag eine neue Bedeutung verliehen – er war unser Freundestag geworden.
Und wenn ich heute darüber nachdenke, ab wann meine neue Tradition wirklich begann, sagen alle meine Freunde: Nach zwei Malen.
Wo auch immer Sie sind, Gottes Segen ist für Sie!