Ein aufgeschlagenes Buch liegt auf dem Boden, umgeben von bunten Herbstblättern. Die Seiten des Buches zeigen Noten und Text. Ein großes, gelbes Ahornblatt liegt auf einer der Seiten. Ein aufgeschlagenes Buch liegt auf dem Boden, umgeben von bunten Herbstblättern. Die Seiten des Buches zeigen Noten und Text. Ein großes, gelbes Ahornblatt liegt auf einer der Seiten.
Ein aufgeschlagenes Buch liegt auf dem Boden, umgeben von bunten Herbstblättern. Die Seiten des Buches zeigen Noten und Text. Ein großes, gelbes Ahornblatt liegt auf einer der Seiten.
15.10
2026
21:58
Uhr

Was der Wind weiterträgt

Ein Beitrag von Merle Remler
Dies ist eine Sendung aus der Staffel vom 12. – 18. Oktober Alle Beiträge aus der Staffel finden sie hier:
Ein strahlender Sonnenaufgang hinter Wolken, die von Sonnenlicht durchzogen sind. Die Darstellung zeigt einen klaren blauen Himmel mit einigen flauschigen Wolken und Strahlen, die ins Freie scheinen. Im Vordergrund sind schemenhaft Bäume und Büsche sichtbar.
rbb 88.8
Abendsegen

Licht, das unterwegs ist

Merle Remler
Eine Person mit einem braunen Beanie sitzt über einem Karton und hält Anleitungen in der Hand. Um sie herum befinden sich Verpackungsmaterialien und Teile. Der Fokus liegt auf dem Lesen der Anleitung, während der Raum unordentlich aussieht.
rbb 88.8
Abendsegen

Gott legt sich zu uns

Merle Remler
Eine Person im Clownskostüm mit roter Perücke hält ein handbeschriebenes Plakat, auf dem steht: „Life is a Fucking Circus“. Die Person trägt einen gestreiften Pullover und steht in einer urbanen Umgebung.
rbb 88.8
Abendsegen

Das sind meine Clowns

Merle Remler

Wenn der Herbst kommt, dann beginne ich zu warten. Auf den Wind, von dem man sagt, dass er irgendwann kommen wird. Fast jeden Abend stehe ich am Fenster und lausche, ob das Rauschen in den Wipfeln der Bäume schon die Herbststürme sind, die auch die letzten Farben mitnehmen und den Sommer weitertreiben. Es ist, als ob die Winde meine Ernte vom Sommer an andere Orte trägt, wo sie wie Muscheln erneut gesammelt werden kann. Erinnerungen an lange Sonnentage. An Kapuzenpullis, die nach Lagerfeuer riechen und ein leises Rauschen von Wellen am Strand. Kaum zu unterscheiden vom Rauschen der Bäume, mit denen der Herbst sich in großen Böen ankündigt. Doch der Herbst nimmt nicht nur meine blauen Sommergedanken mit, er bringt auch etwas. Abende voller Kerzen und knisternden Kaminfeuern. Gedichte, die Gedanken aus allen Zeiten zusammentragen und für einen Augenblick bei mir ablegen. 
Vielleicht trägt der Wind manches davon weiter zu einem Menschen, der gerade so eine Erinnerung braucht und bringt mir, was mir gerade fehlt.
Und so stehe ich am Fenster und höre den Wind kommen. Ich lasse ihn ziehen. Denn nicht alles, was fortgetragen wird, ist verloren. Manches reist nun weiter.