Das Bild zeigt den Planeten Jupiter mit seinen charakteristischen Streifen und dem großen roten Fleck. Neben Jupiter ist die Erde klein dargestellt. Der Hintergrund ist schwarz, was den Kontrast zwischen den Himmelskörpern verstärkt.
03.09
2026
06:50
Uhr

Donnerstag

Zu den etymologischen Wurzeln unserer Tagesbezeichnungen

Ein Beitrag von Matthias Brühe
Dies ist eine Sendung aus der Staffel vom 31. August – 06. September Alle Beiträge aus der Staffel finden sie hier:

Mit einer Wettervorhersage hat der heutige Donnerstag nichts zu tun. Es kann die Sonne scheinen, es kann bewölkt sein, und natürlich kann es auch mal donnern. Die Götter, denen die alten Germanen Blitz und Donner zugeordnet haben, waren Donar und Thor. Sie wurden gleichgesetzt mit dem römischen Gott Jupiter. In der bei den Babyloniern üblichen Planetenwoche war dieser Tag auch dem Jupiter gewidmet. Dieser Iov-pater findet sich in den romanischen Sprachen in den Tagesnamen jeudi im Französichen und Jueves im Spanischen. Im Englischen wiederum wird mit „thursday“ an den Gott Thor erinnert.

In der biblischen Schöpfungserzählung, die ja kein historischer Bericht, sondern eine theologische Aussage ist, wird die Schöpfung auf sechs Tage verteilt. Nach dieser Rechnung ist heute der fünfte Tag: Waren am zweiten Tag Himmel und Meer entstanden, so werden diese jetzt mit Vögeln und Fischen bevölkert.

Für Christen hat der Donnerstag allerdings noch eine andere Bedeutung. Am Gründonnerstag, dem Tag vor dem Karfreitag, feierte Jesus von Nazareth mit seinen Jüngern das Letzte Abendmahl. Er teilte Brot und Wein aus und lud sie ein, dieses Mahl immer wieder zur Erinnerung an ihn zu feiern. Die christlichen Kirchen haben diese Einladung unterschiedlich verstanden, je nachdem ob sie der orthodoxen, katholischen, lutherischen, reformierten oder freikirchlichen Tradition folgen. In der katholischen Kirche wird der Gründonnerstag dann noch einmal aufgegriffen, wenn – zehn Tage nach Pfingsten und ebenfalls an einem  Donnerstag - das  Fronleichnamsfest begangen wird. Der Begriff fronleichnam stammt aus dem Deutsch des 13. Jahrhunderts, als dieses Fest eingeführt wurde. Das Wort bedeutet schlicht „Leib des Herrn“: „Fron“, sprachlich verwandt mit „Frau“ und „frei“,ist ein altes, heute eher negativ besetztes Wort für den Grundherrn. „Leichnam“ bezeichnete früher auch den lebendigen Leib.

Die Bedeutung des Abendmahls und des „heiligen Brotes“ wird, wie angedeutet, in den christlichen Konfessionen unterschiedlich akzentuiert. Katholische Christen begehen das Fronleichnamsfest  mit einer feierlichen Prozession. Manchmal allerdings kündigt der Wetterbericht Donner und Sturm an – in diesem Jahr musste die über die Friedrichstraße und Unter den Linden geplante katholische Prozession witterungsbedingt leider ausfallen.

Was immer aber heute das Wetter bringt: Ich wünsche Ihnen einen angenehmen Donnerstag.